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NAND-Flash-Speicher wird knapp

25.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine starke Nachfrage nach Digitalkameras und USB-Speichermedien für PCs haben den Markt für Flash-Speicher merklich verknappen lassen. Eine Verteuerung brauchen die Verbraucher deswegen jedoch nicht zu befürchten, glauben Analysten. "Die Hersteller tendieren dazu, Preiserhöhungen nicht an die Endkunden weiterzugeben, sondern stattdessen an anderer Stelle die Kosten zu drücken, um die höheren Preise auszugleichen, die sie für Flash zahlen", erläutert Jim Handy von Semico Research.

Die großen NAND-Flash-Hersteller Samsung und Toshiba verzeichneten eine deutlich gestiegene Nachfrage, so Handy und andere. Speicherkarten würden neben Digicams zunehmend auch für Mobiltelefone populär - erfreuliche Nachrichten für den in diesem Segment markführenden Anbieter Sandisk, der im dritten Quartal ein Rekordergebnis vorgelegt hatte. Kleineren Herstellern kommt die Knappheit allerdings aufgrund der sinkenden Margen weniger zupass. "Die Second-Tier-Firmen zahlen höhere Preise, weil sie nicht die Kapazität bekommen", meint Satya Chillara von W.R. Hambrecht.

Betsy Van Hees, Principal Analyst bei iSuppli, geht davon aus, dass die NAND-Knappheit noch bis mindestens Mitte kommenden Jahres, eventuell sogar Ende 2004 anhält. Erst dann kommen auch STMicroelectronics und Hynix mit ersten Flash-Chips auf den Markt. Van Hees erklärte, der gesamte Flash-Markt werde in diesem Jahr voraussichtlich um 42 Prozent und 2004 um 36 Prozent wachsen. Die Versorgung mit NOR-Speicher, der zweiten vor allem in Handys verbauten Flash-Gattung, ist derzeit weniger kritisch. Die hier dominierenden Hersteller Intel und AMD bestätigten aber gleichfalls steigende Nachfrage und anziehende Preise, unter anderem wegen des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts. (tc)