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Nach Zahlendebakel: Fiorina lässt Köpfe rollen

13.08.2004
HP-Chefin Carly Fiorina hat den Chef der Customer Solutions Group (CSG) Peter Blackmore und zwei weitere Manager, darunter den General Manager EMEA Kasper Rorsted, entmachtet.

Hewlett-Packard hat nach seinen vorzeitig veröffentlichten desolaten Quartalszahlen (Computerwoche.de berichtete) inzwischen die personellen Konsequenzen konkretisiert, die Konzernchefin Carleton "Carly" Fiorina angekündigt hatte: Peter Blackmore, Leiter Enterprise Sales und Executive Vice President der im vergangenen Dezember etablierten Customer Solutions Group (CSG), wird durch den aktuellen Chief Marketing Officer Mike Winkler ersetzt (der weiterhin CMO bleibt). Der für die Region Americas verantwortliche Enterprise-Vertriebler Jim Milton, CSG Vice President, muss dem Services-Manager Jack Novia weichen. Last, but not least muss Kasper Rorsted seinen Hut nehmen, Managing Director EMEA (Europa, Nahost und Afrika) und ebenfalls CSG Vice President; sein Nachfolger wird Bernard Meric, der bislang den Bereich Imaging and Printing in dieser Region unter sich hatte.

Alle drei geschassten Manager arbeiteten früher Compaq und stießen durch dessen Übernahme durch HP zum Unternehmen (so übrigens auch der Blackmore-Nachfolger Winkler). "Wir danken Peter, Jim und Kasper für ihr jahrelange Arbeit und ihr Engagement", erklärte Fiorina euphemistisch in einem Memo, das zunächst intern und später an die Medien verschickt wurde. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren neuen CSG-Leitern."

Die Sparte Enterprise Servers and Storage litt im abgeschlossenen Quartal unter anderem unter der missglückten Migration auf eine neue Softwarelösung von SAP. Diese kostete ESS nach Angaben von Fiorina in einer Telefonkonferenz mit Journalisten im Laufe des Berichtszeitraums rund 400 Millionen Dollar Umsatz und 275 Millionen Dollar operativen Gewinn. Betroffen war zwar hauptsächlich das Geschäft mit PC-Servern, Highend-Systeme und Storage waren aber gleichfalls involviert. Unter anderem musste HP Direktbestellungen teilweise über Channel-Partner oder per teurer Luftfracht ausliefern. "Die Probleme liegen aber jetzt hinter uns", erklärte die HP-Chefin.

William Wohl, SAP-Sprecher für die Region Americas, erklärte, die Beziehung beider Firmen sei "stark und produktiv", mit HP sowohl als Kunden wie strategischem Partner, und man verhandele gegenwärtig sogar über eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit. "Wir können nicht spezifisch über das reden, was innerhalb von HP passiert", erklärte Wohl und betonte, in den Stellungnahmen von Hewlett-Packard sein keinerlei Schuld auf die Software von SAP geschoben worden. (tc)