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Muss SAP wieder warnen?

08.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Keine zehn Tage bevor die SAP AG ihre Zahlen für das dritte Quartal bekanntgeben wird, steigt die Spannung, ob der Konzern seine Umsatz- und Gewinnprognosen doch noch revidieren wird. Laut "Financial Times Deutschland" ist sich "die Mehrheit der Analysten" einig darüber, dass es zu einer Warnung kommt. Dieses Misstrauen hat sich der Softwareriese zum Gutteil selbst zuzuschreiben, denn bereits im vergangenen Quartal rückte der Vorstand erst wenige Tage vor Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse damit heraus, dass diese unter den Erwartungen liegen werden. Damit nicht genug, musste SAP auch zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahr 1988 einen Quartalsverlust melden. In der Folge senkte der Konzern Ende Juli den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr. Statt eines Umsatzanstieges um 15 Prozent gehen die Verantwortlichen nunmehr von einem Wachstum zwischen fünf und zehn Prozent aus. Angesichts der

schwierigen Konjunktur ist sogar dies für viele Marktbeobachter noch ein ehrgeiziges Ziel. Ebenfalls für ambitioniert halten die meisten die Vorgabe, eine operative Marge von 21 Prozent (das ist ein Prozentpunkt mehr als 2001), zu erreichen. Um dies zu erreichen, muss der Konzern mindestens 600 Millionen Euro einsparen. Bislang bleibt SAP jedoch demonstrativ gelassen. Die Einsparungen seien bereits zum Großteil erreicht worden, heißt es. Außerdem gibt es ja noch das vierte Quartal. Traditionell ist es das umsatzstärkste für Softwarefirmen. Ob das auch in diesem Jahr der Fall sein wird, kann bezweifelt werden, die IT-Verantwortlichen stehen nach wie vor unter Sparzwang. (rs)