Musik und Filme legal kopieren: Tunebite 4 Platinum

Dirk Bongardt, Jahrgang 1968, arbeitet seit der Jahrtausendwende als freier Journalist für eine große Bandbreite an Publikationen, sowohl online als auch gedruckt. Sein thematischer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen rund um Gegenwarts- und Zukunftstechnologien, vorwiegend in den Bereichen Mobile und IT. Das Smartphone ist sein steter Begleiter, die digitale Fotografie – übrigens bis heute vorzugsweise mit einer \u201Erichtigen\u201C Kamera – seine Leidenschaft. In Lehrgängen für angehende Online-Redakteure vermittelt er zudem online-journalistische Basics von der Facebook-Recherche bis zum crossmedialen Publizieren.
Hier wird nicht geknackt, sondern aufgenommen: Tunebite "beseitigt" den DRM-Schutz auf Audio- und Videodateien, indem es geschützte Musik und Filme abspielt und gleichzeitig ungeschützt wieder aufnimmt.

Tunebite hat es auf DRM-geschützte Audio- und seit einiger Zeit auch Video-Dateien abgesehen, wie sie in kommerziellen Download-Plattformen wie iTunes und Musicload zu bekommen sind. Tunebite verspricht, aus diesen Dateien uneingeschränkt verwendbare, DRM-freie Medien zu erzeugen, ohne den Anwender vor rechtliche Probleme zu stellen. Deshalb knackt die Software den DRM-Schutz nicht, sondern spielt die betreffenden Dateien ab und zeichnet sie dabei neu auf. Damit das schnell geht, ermöglichen Systemtreiber die Wiedergabe und gleichzeitige Aufzeichnung in bis zu vierfacher Geschwindigkeit. Bei unseren Tests gelang das bei Musik problemlos und ohne hörbare Qualitätsmängel.

Bei Videos setzte die CPU-Leistung schnell ein Limit. Der Hersteller empfiehlt für die Video-Konvertierung eine Mindestleistung von 2 GHz. Unsere Installation auf einem geringfügig langsameren System zeigte, dass dies eine gute Empfehlung ist. Wer Auflösungen von 640 x 480 Bildpunkten und darüber konvertieren möchte, sollte sogar einen PC mit mindestens 3 GHz Taktfrequenz haben. In das MPEG-4-Format zeichnet Tunebite nur auf, wenn auf dem System der 3ivX-Codec installiert ist. Mit DivX-Codecs funktioniert die Aufzeichnung nicht. Gegen 9 Euro Aufpreis wird der 3ivX-Codec mitgeliefert. Auch für die Audio-Konvertierung in das MP3-Format ist ein externer Encoder (LAME) erforderlich, der ebenfalls nicht zum Lieferumfang gehört.

Ansonsten überraschte uns die MP3-Konvertierung positiv: ID3-Tags, Lyrics und Coverbilder wurden der fertigen Datei auf Wunsch hinzugefügt, selbst wenn diese im DRM-geschützten Original gar nicht vorhanden waren. Tunebite sucht via Internet nach diesen Zusatzdaten. Neben der Hauptfunktion, der Aufnahme in DRM-frei Formate, bietet Tunebite einige recht brauchbare Zusatzfunktionen. Dazu gehören eine einfache Brennfunktion, die Audio- und Daten-CDs brennt, und ein Klingelton-Generator, der unsere selbstgemachten Klingeltöne über einen Internet-Service auch per WAP abrufbar machte.

Fazit: Tunebite hebt die Einschränkungen auf, mit denen Käufer digitaler Musik und Videos konfrontiert werden, und wertet die Ergebnisse mit Tags und Coverbildern auf. Eine schnelle CPU ist empfehlenswert.

Alternative: Der kostenlose No23-Recorder (http://no23.de) kann beliebige Audioquellen aufnehmen, allerdings nur in einfacher Geschwindigkeit.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,0
Bedienung (35%) Note 2,0
Dokumentation (5%): Note 3,0
Installation/De-Installation (5%): Note 3,0
Systemanforderungen (5%): Note 3,0

GESAMTNOTE: 2,1

Anbieter:

Rapid Solution

Weblink:

www.audials.com

Preis:

28 Euro

Betriebssysteme:

Windows 2000, XP

Plattenplatz:

ca. 50 MB