Bitkom und Gema

Musik-Rahmenvertrag für Online-Videotheken

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Der Bitkom und die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema haben erstmals eine Vereinbarung für Anbieter von Video-on-Demand (VOD) im Internet getroffen.

In dem neuen Gesamtvertrag, der rückwirkend ab dem Jahr 2002 gilt, geht es laut Mitteilung um Musik in Filmen, Fernsehserien, TV-Shows, Dokumentationen und anderen Inhalten, die über Online-Videotheken verkauft oder vermietet werden. Für die Musik in einem Spielfilm gehen zum Beispiel beim Kauf 16,5 Cent an die Gema und für die Miete 5,5 Cent; bei TV-Serien liegen die Lizenzvergütungen bei 4,9 Cent respektive 2,35 Cent pro Folge.

Gema-Chef Harald Heker
Gema-Chef Harald Heker

"Die Einigung schafft Planungssicherheit für die Anbieter und leistet damit einen Beitrag zum Erfolg des wachsenden Marktes für Video-on-Demand im Internet", der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Gema-Chef Harald Heker ergänzt: "Der Gesamtvertrag für Video-on-Demand-Angebote zeigt, dass auch im Onlinebereich angemessene Vergütungen für die von der Gema vertretenen Rechteinhaber vereinbart werden können" - ein Seitenhieb auf YouTube, mit dem sich die Verwertungsgesellschaft seit Jahren nicht einigen kann.

Bitkom-Mitglieder erhalten übrigens auf den VOD-Tarif der Gema einen Gesamtvertragsrabatt. Der neue Vertrag bezieht sich allerdings nur auf Kauf oder Miete einzelner Videos. Für Abo-Angebote, bei denen man für einen monatlichen Pauschalbetrag Videodienste begrenzt oder - wie zum Beispiel bei Watchever oder Lovefilm - unbegrenzt nutzen kann, laufen die Verhandlungen zwischen Bitkom und Gema weiter. Nicht eingeschlossen sind ferner rein werbefinanzierte Angebote.