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Kooperation mit Google

Münchner Stabi hat Digitalisierungs-Projekt fast abgeschlossen

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Die Kooperation mit Google zur Digitalisierung der urheberrechtsfreien Bestände der Münchner Staatsbibliothek (Stabi) nähert sich dem Ende.

Seit Anfang Januar bietet die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) laut Pressemitteilung mehr als eine Million Bücher als digitalisierte Werke online über ihren Bibliothekskatalog OPACplus und ihre digitalen Sammlungen an. Damit präsentiert die Stabi das größte Angebot an digitalen Medienbeständen im deutschen Sprachraum. Enthalten sind neben dem eigenen Bestand auch rund 50.000 digitalisierte Werke aus der Staatlichen Bibliothek Regensburg.

Durch das seit 2007 in Kooperation mit Google laufende Projekt zur Digitalisierung des urheberrechtsfreien Bestandes der Bayerischen Staatsbibliothek können Werke vom 17. bis 19. Jahrhundert, beispielsweise Erstausgaben von Goethe oder Schiller (die bislang nur in den Räumen der Bibliothek eingesehen werden konnten), kostenfrei über das Internet abgerufen und durchsucht werden.

Scanroboter der Bayerischen Staatsbibliothek in München
Scanroboter der Bayerischen Staatsbibliothek in München
Foto: BSB

Neben der Digitalisierung des urheberrechtsfreien Bestandes durch Google betreut das Münchner Digitalisierungszentrum der Bibliothek auch die im eigenen Scanzentrum stattfindende Digitalisierung von Spezialsammlungen sowie kostbarer und wertvoller Handschriften, Inkunabeln oder Alter Drucke. So lassen sich etwa der Parzival, die Gutenberg-Bibel, das Nibelungenlied oder Briefe Adalbert Stifters über die digitalen Sammlungen abrufen. Ihre Digitalisate speist die Stabi auch in die Deutsche Digitale Bibliothek und die Europeana (Europäische Digitale Bibliothek) ein - rund 60 Prozent der aus Deutschland stammenden digitalen Bücher in der Europeana kamen bisher aus München.

Gleichzeitig hat die Bayerische Staatsbibliothek kürzlich ihr zehnmillionstes Buch erworben und erschlossen. "Trotz aller Digitalisierungsaktivitäten: Zirka 130.000 neue Bände finden alljährlich ihren Weg in die Magazine der Bibliothek - ein Beleg dafür, dass sich das Buchzeitalter keineswegs dem Ende zuneigt", sagt Generaldirektor Rolf Griebel. Die Bayerische Staatsbibliothek stelle sich im Gegenteil aktiv der Herausforderung, im gedruckten wie im digitalen Bereich eine exzellente Literaturversorgung für Wissenschaftler und Studierende zu gewährleisten.

Die schon 1558 gegründete Bibliothek ist mit ihrem Buchbestand, rund 62.000 Zeitschriften in elektronischer und gedruckter Form, zahlreichen E-Books sowie 96.000 Handschriften und umfangreichen Sondersammlungen eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und genießt als internationale Forschungsbibliothek Weltrang.