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Mozilla setzt "Lightning" gegen Outlook

23.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Mozilla-Foundation will die Erfolge mit dem Browser Firefox 1.0 (über 12,5 Millionen Downloads seit Anfang November) und dem Mail-Client Thunderbird 1.0 (eine Million Downloads innerhalb von zehn Tagen) weiter ausbauen. "Lightning" heißt ein weiteres Projekt, das die Mail-Funktionen von Thunderbird mit dem Kalender "Sunbird" integrieren soll. Damit zielen die Open-Source-Entwickler auf Microsoft Outlook.

Sunbird ist zurzeit als Version 0.2 RC1 verfügbar und wurde der Mozilla Foundation von Axentra (ehemals OEone) überlassen. Der kanadische Hersteller von Server- und Netz-Appliances hatte im März 2001 angekündigt, eine Systemumgebung auf Basis von Linux und Mozilla zu entwickeln.

Die Entwicklung von Lightning koordinierte der langjährige Mozilla-Entwickler Mike Shaver, der zurzeit bei Oracle arbeitet. Zunächst sollen Suchfunktionen für E-Mails und Kalendereinträge integriert werden. Außerdem sollen sich E-Mails in die Aufgabenliste und die Erinnerungsfunktion einfügen lassen. Die Entwicklungen könnten auch in das Projekt "Chandler" der OSAF (Open Source Applications Foundation) einfließen, das ebenfalls einen PIM (Personal Information Manager) entwickelt.

Microsoft sieht in den Open-Source-Projekten keine ernsthafte Konkurrenz. Kunden erwarteten mehr als einfache Kalenderfunktionen und die Möglichkeit E-Mails zu empfangen. Unternehmen setzen Outlook hauptsächlich wegen der engen Integration mit Exchange ein, heißt es in Redmond. Ob Lightning und Chandler tatsächlich nur simple Funktionen bieten werden, bleibt abzuwarten. Immerhin ist Mitchell Kapor, einst Gründer der Lotus Development Corporation, President der Mozilla-Foundation und der OSAF. (lex)