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Motorola nimmt MRAM-Produktion auf

16.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Den Rechner einschalten ohne lange warten zu müssen, bis Bios und Betriebssystem gestartet wurden, ist der Traum vieler Anwender. Die Umsetzung scheitert bislang jedoch daran, dass zunächst Daten von der Festplatte in den Arbeitsspeicher, das RAM (Random Access Memory) geladen werden müssen. Das muss bei jedem Start aufs Neue geschehen, da der Speicher die Informationen verliert, sobald die Stromzufuhr unterbrochen wird.

Abhilfe schaffen könnte magnetisches RAM (MRAM), das Daten auch ohne Energiezufuhr im Speicher halten kann. Damit bestückte Rechner ließen sich wie eine Glühbirne einschalten, da das langwierige Kopieren der Daten entfiele. Die Konstruktion von MRAM birgt jedoch Tücken. So ändert sich zum Beispiel das Magnetfeld einer Speicherzelle, wenn darin Daten abgelegt werden - mit der Folge, dass in den Nachbarzellen gespeicherte Informationen gelöscht oder verfremdet werden.

Nachdem verschiedenen Hersteller wie IBM und Motorola bereits seit rund zehn Jahren an der Technologie arbeiten, scheint nun dieses Problem zumindest bei kleineren Speichermodulen gelöst. Motorola nimmt die Produktion von MRAM auf. Allerdings werden zunächst lediglich vier Megabit große Module hergestellt, die im Vergleich zu RAM sehr teuer sind und nur für Spezialanwendungen in Highend-Sicherheitssystemen und Spielautomaten gedacht sind, berichtet das "Wall Street Journal".

Die Motorola-Technik sieht vor, den Speicher in zwei Schritten zu beschreiben. Dadurch sollen die einzelnen Bits so isoliert werden, dass das Magnetfeld nicht übergreifen kann. Geplant ist, bis 2010 Module zur Verfügung zu stellen, die sich mit Geräten wie Digitalkameras oder MP3-Spielern verwenden lassen. MRAM speichert Informationen bis zu 1000-mal schneller ab als das heute verwendete Flash-Memory. Mit einer entsprechend ausgestatteten Digitalkamera ließen sich zum Beispiel Bilder in schnellerer Folge aufnehmen, da die Wartezeit entfällt, bis das Foto abgespeichert ist. Ein weiterer Vorteil: Da der Speicher nicht permanent mit Strom versorgt werden muss, würde sich die Akkulaufzeit mobiler Geräte erheblich verlängern. (lex)