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Motorola kauft UWB-Chiphersteller Xtreme Spectrum

11.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Motorola hat nach eigenen Angaben den Wireless-Chiphersteller Xtreme Spectrum für einen nicht genannten Betrag übernommen. Die Company aus Vienna, Virginia, hatte bereits kurz nach der Freigabe von Ultrawideband (UWB) zur zivilen Nutzung im Juni 2002 mit der Entwicklung von entsprechenden Lösungen begonnen. Mit der Nahbereichsfunktechnik UWB sollen sich Daten in drahtlosen Netzen mit mehr als 100 Megabit/s übertragen lassen. Damit eignet sich UWB für die drahtlose Anbindung von Produkten wie Digitalkameras, DVD-Player und letztendlich auch von Funktelefonen und PCs. Allerdings hat sich die Branche bislang noch nicht auf einen einheitlichen UWB-Standard geeinigt. Vielmehr konkurriert der von Xtreme Spectrum vorgeschlagene Standard IEEE 802.15.3a mit einem Entwurf der Multiband OFDM Alliance, einer Gruppe von 34 Industrie-Schwergewichten einschließlich Nokia. Bei einer Abstimmung der

UWB-Arbeitsgruppe des Institute for Electrical and Electronic Engineers gewann die Alliance mit ihrem Gegenvorschlag vor kurzem bereits den Großteil der Stimmen, verfehlte aber die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit. Ob Motorola mit seinem Einstieg bei Xtreme Spectrum das Zünglein an der Waage verändern kann, ist ungewiss. Der Chipriese aus Schaumburg, Illinois, setzt sich bereits seit Monaten für den Standard seines Schützlings ein.

Nach Schätzung von Marktforschern wird die vom IEEE bevorzugte Technik im Jahr 2007 bereits rund 1,39 Milliarden Dollar Umsatz generieren. (mb)