Statt Smartlets

Motorola baut 4-Zoll-Smartphones mit Stock-Android

17.04.2013
"Besser" heißt nicht unbedingt "größer" - gemäß diesem Motto sollen die nächsten Smartphone-Neuheiten von Motorola unterhalb der 5-Zoll-Grenze bleiben.
Die Zentrale von Google-Tochter Motorola Mobility in Libertyville.
Die Zentrale von Google-Tochter Motorola Mobility in Libertyville.
Foto: MMI

"Manche Laute mögen ein großes Display, aber es gibt eine Menge Leute, die genau das Richtige haben wollen", sagte Wicks im Gespräch mit "PC-Mag". "Meiner Ansicht nach ist 'genau das Richtige' wichtig, und wir entwickeln, um diese Menschen nicht zu enttäuschen." Mit anderen Worten: Die nächsten Smartphone-Neuheiten von Motorola Mobility werden nicht zur Smartlet- bzw. Phablet-Klasse mit Touchscreen-Größen von 5 bis 7 Zoll gehören, sondern Bildschirme mit Diagonallängen im 4-Zoll-Bereich bieten. Wicks deutete außerdem an, dass die kommenden Motorola-Smartphones mit schmalen Einfassungen (Bezel) ausgestattet sowie kratz- und stoßfest sein werden.

Zwei kürzlich veröffentlichte Studien zeigen, dass die Smartphones mit sehr großen Touchscreens mehr Beachtung in den Medien als unter den Nutzern erhalten. Teilnehmer einer Studie von Strategy Analytics griffen am häufigsten zu Smartphones mit 4 bis 4,5 Zoll großen Displays. Einer Auswertung des App-Dienstleisters Flurry zufolge stammen 69 Prozent der registrierten Geräte aus der Gruppe 3,5 bis 4,9 Zoll und nur 2 Prozent der Geräte haben ein Display in der Größe von 5 bis 6,9 Zoll.

Statt "größer ist besser" werde Motorola Mobility dem Motto "besser ist besser" folgen, sagt der Chef-Designer des Handy-Herstellers. Man wolle sich an dem "Specs-Krieg" nicht beteiligen. Die ersten zusammen mit Google-Mitarbeitern entwickelten Smartphones werden laut Wicks in der zweiten Jahreshälfte herauskommen und die klassische Android-Benutzeroberfläche ohne Software-Erweiterungen oder Bloatware zeigen. "Die Leute wollen nicht allen möglichen Kram auf ihren Smartphones installiert haben. Sie wollen diese Sachen selbst entscheiden", so Wicks zu PC-Mag. Auf diese Weise können die Nutzer der Geräte auch Updates des Android-Betriebssystems schneller erhalten. In der Vergangenheit war Motorola unter anderem für seine späten OS-Upgrades kritisiert worden.

Aktuellen Gerüchten zufolge arbeitet Motorola Mobility zurzeit unter der Projekt-Bezeichnung "X Phone" an einer neuen Smartphone-Serie, deren Start sich bis zum August oder noch später verzögern wird, weil Google erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den ersten, von Motorola alleine entwickelten Prototypen gesehen hat. Google-Aufsichtsratschef Eric Schmidt machte auf der AllThingsD-Konferenz "D: Dive into Mobile" schon mal kräfitg Werbung für die neuen Motorola-Phones. Sie seien "phänomenal" und "mehr als nur Phones", versprach er.

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