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Mobilfunk: Siemens sucht weiter nach Lösung für Handy-Sparte

08.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Lothar Pauly, Chef der Siemens-Konzernsparte Communications, hat in München auf der "Global Leader Conference 2005" noch keine Lösung präsentiert, wie er den kränkelnden Geschäftsbereich Mobiltelefone sanieren wird. Pauly, der selbst angeschlagen wirkte und seine Rede nach einem Schwächeanfall unterbrechen musste, ließ nach wie vor die vier Optionen Schließung, Verkauf, Partnerschaft und Alleingang offen. Eine Abwicklung, so Pauly, sei jedoch sehr unwahrscheinlich, weil zu hohe Wert vernichtet würden.

Für Pauly steht aber fest, dass die Handy-Sparte so schnell wie möglich aus den roten Zahlen kommen muss. "Wir verlieren Geld im Mobilfunkbereich und spielen nicht in der Champions League", beschrieb der Manager die Lage des Bereichs. Siemens verkaufe seine Endgeräte derzeit für durchschnittlich nur 86 Euro. Das sei viel weniger als die Konkurrenz, obwohl die Produkte der Münchner nicht schlechter seien. Das größte Problem der Mobilfunksparte sei, dass sie die Endgeräte nicht schnell genug auf den Markt bekomme, räumte Pauly ein.

Mit der Entwicklung der Konzernsparte Siemens Communications, die seit Oktober 2004 aktiv ist, zeigte sich Pauly weitgehend zufrieden. Sechs der acht Geschäftsgebiete erwirtschaften gute Ergebnisse, vier davon sogar besonders hohe Margen, teilte der Vorstand mit. Weiteres Verbesserungspotenzial will Pauly durch Synergieeffekte bei den Produktplattformen erreichen. Hier sollen in den nächsten drei Jahren 15 Prozent der Entwicklungskosten eingespart werden.

Im gesamten Telekommunikationsbereich rechnet Pauly mit einem Wachstum von acht Prozent. Der Manager sieht Siemens in allen Bereichen als Technologieführer und will diese Kompetenz in Marktpositionen umsetzen. Als Beispiel nannte Pauly die Technik Voice over IP, wo Siemens Communications seiner Vorstellung nach die Nummer eins im Markt werden will. (pg)