Ericsson

Mobiler Datenverkehr übersteigt Sprachtelefonie

25.03.2010
Von pte pte
Im Dezember 2009 hat das Volumen des weltweiten Datenverkehr in Mobilfunknetzen erstmals jenes des Sprachverkehrs übertroffen.
Ericsson-Chef Hans Vestberg
Ericsson-Chef Hans Vestberg

Diese von Ericsson im Rahmen der US-Mobilfunkmesse CTIA Wireless präsentierte Erkenntnis beruht auf Messungen in Mobilfunknetzen weltweit. Der Trend zu mobilem Breitband wird sich indes fortsetzen. Für die nächsten fünf Jahre werde jährlich eine Verdoppelung des Datenverkehrs erwartet, so der Netzausrüster.

In den letzten beiden Jahren hat der mobile Datenverkehr lauf Ericsson sogar um 280 Prozent zugenommen. Verantwortlich dafür sei insbesondere der Einsatz einer immer größeren Zahl an Smartphones und mobilen Computer. Zu den Inhalten, die wesentlich für einen starken mobilen Datenverkehr sorgen, zählen demnach soziale Netzwerke.

Mobile Breitband-Explosion

Dazu, wie viele mobile Breitbandnutzer genau es weltweit gibt, gehen die Schätzungen auseinander. Hans Vestberg, President und CEO von Ericsson, sprach auf der CTIA von 400 Millionen Nutzern. Aktuelle Daten des Analystenhauses ABI Research dagegen geben 271 Millionen Vertragskunden Ende 2009 an, mit einem jährlichen Wachstum von 43 Prozent. Jedenfalls verursachen diese User inzwischen mehr Verkehrsvolumen als die deutlich über vier Milliarden Sprachtelefonie-Kunden weltweit.

Das sieht Vestberg als wichtigen Meilenstein. Die Möglichkeit, jederzeit und überall mobile Breitbanddienste nutzen zu können, habe wie erwartet das Wachstum des mobilen Datenverkehrs vorangetrieben. Großen Anteil daran haben Ericsson zufolge soziale Netzwerke. So würden über 200 Mobilfunker in 60 Ländern mobile Facebook-Lösungen anbieten, die mittlerweile schon mehr als 100 Millionen aktive Nutzer hätten.

Netzausbau nötig

Ähnlich wie Konkurrent Nokia Siemens Networks auf dem Mobile World Congress betont Ericsson nicht ganz uneigennützig die Notwendigkeit, Mobilfunknetze entsprechend den veränderten Anforderungen zu modernisieren und rät zu All-IP-Technologien und neuen Support-Systemen. Dazu, unter welchen Umständen ein direkter Übergang zu LTE respektive der Einsatz von HSPA-Ausbaustufen als Zwischenlösung sinnvoller erscheint, äußert sich das Unternehmen allerdings nicht.

Nur noch eine Frage der Zeit ist indes das Ende der GSM-Ära. Denn Ericsson zufolge hat im Zeitraum seiner Messungen der Gesamtdurchsatz in 3G-Netzen jenen in 2G-Netzen bereits überstiegen. ABI wiederum geht davon aus, dass bis Mitte 2011 das Marktwachstum bei GSM-Verträgen endgültig zum Erliegen kommen wird. (pte)