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Mobilcom: Vogel scheitert erneut - Machtkampf geht weiter

21.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch eine Woche vor der außerordentlichen Hauptversammlung hat es bisher keiner der ins Gespräch gebrachten Kandidaten auf den Chefsessel des Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Mobilcom AG geschafft. Der frühere Thyssen-Chef Dieter Vogel scheiterte in der gestrigen Abstimmung erneut. Er konnte auch in der dritten Wahlrunde keine Zwei-Drittel-Mehrheit erringen. Überraschend stellte sich der frühere Chef von Debitel, Joachim Dreyer, ebenfalls zur Wahl. Dreyer gilt als Vertrauter von Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid und erhielt in der Abstimung drei Stimmen. Allerdings konnte er sich aufgrund der Patt-Situation ebensowenig in der Abstimmung durchsetzen wie sein Konkurrent Vogel.

Der Schmid-Gegner Vogel hatte den Rettungsplan mit dem Großaktionär France Telecom ausgehandelt. Deshalb ist sein erneutes Scheitern vor der Hauptversammlung in der kommenden Woche besonders prekär, denn Vogel hatte kürzlich betont, dass die Bundesregierung, Gläubiger und France Telecom die Rettung des angeschlagenen Unternehmens von seiner Ernennung zum Aufsichtsratschef abhängig machten. Schmid soll Vogel bereits aufgefordert haben, sein Aufsichtsratsmandat niederzulegen. Allerdings möchte sich der frühere Thyssen-Manager Vogel erneut zur Wahl stellen.

Der Aufsichtsrat der Mobilcom AG bestellte in seiner gestrigen Sitzung Michael Grodd zum neuen Vorstandsmitglied für das Ressort Marketing und Vertrieb. Zuletzt war Grodd als Geschäftsführer der Mobilcom Communkationstechnik GmbH und der Tochtergesellschft Cellway Kommunikationsdienste GmbH tätig. Seit Juni letzten Jahres leitete er als Mitglied des "Excutive Committee" alle Vertriebs- und Maketingaktivitäten von Mobilcom. (iw)