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Mobilcom-Umschuldung in Sicht

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Umschuldung der Ende Juli fälligen Kreditlinie von Mobilcom über 4,7 Milliarden Euro und damit der Fortbestand des Unternehmens ist offenbar geklärt. Großaktionär France Télécom hat sich nach eigenen Angaben mit den Banken im Wesentlichen über eine Restrukturierung der Schulden geeinigt. Allerdings wollen die Franzosen die Vereinbarung erst dann unterzeichnen, wenn weitere Einigungen mit den Mobilcom-Lieferanten Nokia und Ericsson erzielt sind.

Auch mit Mobilcom-Gründer und -Chef Gerhard Schmid muss sich France Télécom noch einig werden. Eine Sprecherin des Konzerns erklärte gegenüber "Dow Jones Newswires", dass es aktuell keine Gespräche mit Schmid über eine Übernahme seines knapp 40-prozentigen Anteils gebe. Zusammen mit seiner Frau hält Schmid 49,9 Prozent an Mobilcom. Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, France Télécom biete Schmid und den übrigen Aktionären im Rahmen eines Aktientausches zehn Euro je Anteilsschein. Das "Handelsblatt" will dagegen erfahren haben, dass die Mobilcom-Anleger mit Aktien der FT-Tochtergesellschaft Orange abgefunden werden und für jeden ihrer Anteile 14,83 Euro erhalten sollen.

In einer für morgen angesetzten Aufsichtsratssitzung wird France Télécom vermutlich endgültig die Ablösung Schmids durchsetzen. Für eine Abwahl genügt diesmal nämlich eine einfache Mehrheit. Ein erster Versuch war an der damals nötigen Zweidrittelmehrheit gescheitert. (tc)