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MIT-Malone proklamiert die E-Lance Economy

24.10.2000
CW-Kongress "IT meets Business"

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Thomas Malone, Professor am MIT und Vordenker des E-Business, legte auf dem CW-Kongress "IT meets Business" seine Vision von Organisationen im 21. Jahrhundert offen. Danach werden dezentrale Systeme in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Die von ihm vorhergesagte "E-Lance Economy" - also der Zusammenschluss von elektronisch verbundenen freien Mitarbeitern für ein Projekt - nutze Kreativität, Leistungsfähigkeit und Intelligenz der Beteiligten besser aus, als dies in zentralistischen Organisationen möglich sei.

Als Beispiele von Unternehmen, die dies heute schon umsetzten, nannte Malone die US-Niederlassung von Nokia Displays, die mit nur fünf Angestellten einen Umsatz von 160 Millionen Dollar erwirtschaften. Über Outsourcing-Verträge werden Vertrieb, Kundendienst, Logistik, Werbemaßnahmen und dergleichen von Externen abgewickelt. Die US-Company Topsy Tail, die Haarpflegeprodukte anbietet, hat über 20 Partnerfirmen an sich gebunden und behält nur das Know-how für die Entwicklung neuer Produkte und die Marketing-Strategie im Haus. Dafür genügen drei Mitarbeiter.

Möglich geworden seien solche Netzwerk-Konstruktionen unter anderem deshalb, weil sich die Kommunikationskosten drastisch nach unten bewegt haben. Als Paradebeispiel einer dezentralen Organisation könne demnach auch das Internet gelten, das besonders die neue Struktur solche Organisationen aufzeige: Niemand sei für das Internet verantwortlich (deshalb die große Verbreitung), nur wenige Vereinbarungen (das Internet Protocol = IP) seien notwendig. Man müsse nur das IP einhalten, um im Internet als Service-Provider, -User oder Netzanbieter tätig zu werden.