myphotobook

Mit Fotobüchern in die Selbständigkeit

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Mit Fotobüchern via Internet gelang Carsten Hermann, David Diallo und Jan Christoph Gras ein beeindruckender Start als Gründer.
Die Idee zu myphotobook hatte Gründer Carsten Hermann, weil ihm das Einkleben eigener Fotos in ein Album zu aufwändig war.
Die Idee zu myphotobook hatte Gründer Carsten Hermann, weil ihm das Einkleben eigener Fotos in ein Album zu aufwändig war.

Die Erfolgsgeschichte von myphotobook begann, als Carsten Hermann ein Problem hatte. Der stolze Vater einer damals vierjährigen Tochter hatte Hunderte Baby- und Kinderbilder mit seiner Digitalkamera gemacht und nun verstopften etliche Gigabyte seinen PC. Das Einkleben in ein Album war ihm zu mühselig. Das Zeigen der Bilder auf einem Laptop, anlässlich von Familienfeiern und Freundestreffen, war auch zu umständlich. In seiner Ratlosigkeit rief er seinen Verwandten David Diallo an und klagte sein Leid. "Ein Fotoalbum, das ich direkt an meinem PC erstellen kann, wäre genau das Richtige."

Diallo, der gerade die Europäische Wirtschaftshochschule Berlin (EAP) absolviert hatte, war von der Idee begeistert und überzeugt, dass sich damit Geld verdienen ließe. Zusammen mit Hermann und seinem Studienkollegen Jan Christoph Gras erarbeitete er ein Konzept für eine Fotobuch-Software und die passende Produktionsstrecke. "Wir wollten eine Anwendung entwickeln, mit der man ein Fotobuch gestalten und per Internet auf eine Maschine schicken kann, die das Buch dann druckt", sagt Gras.

"Bereits von Anfang an hatten wir feste Vorstellungen von Qualität, Flexibilität in unterschiedlichen Formaten und Anwenderfreundlichkeit - Kompromisse wollten wir nicht eingehen", erzählt Diallo aus den Erfahrungen der ersten 18 Monate. Gegründet wurde myphotobook im September 2004, als alle Funktionalitäten und Qualitätsmerkmale den Vorstellungen der mittlerweile auf fünf Personen angewachsenen Gründergruppe entsprachen.

Es gab allerdings auch Mitbewerber

Zwar waren die myphotobook-Gründer mit ihrer Idee nicht mehr alleine, aber ihre Liebe zum Detail und ihr Qualitätsbewusstsein hielt sie von einem Frühstart ab. "Aus heutiger Sicht sind wir froh, dass wir mit großer Sorgfalt den Grundstein für unseren Erfolg gelegt haben", sagt Diallo anlässlich des vierten Firmenjubiläums. Die Richtigkeit dieses Vorgehens bestätigt sich etwa durch Testsiege wie zuletzt beim Fachmagazin Digital Photo.

Ein Service in der myphotobook-Bestellabwicklung besteht darin, dass ein einmal geladenes Fotobuch 365 Tage in einem privaten Account aufbewahrt und jederzeit über das Internet nachbestellt werden kann. "Auch hier wollen wir mit kleinen Funktionen unseren Kunden großen Mehrwert geben", berichtet Diallo, der mittlerweile selbst Vater einer kleinen Tochter ist und aus eigener Erfahrung weiß, wie schnell und unerwartet im Familienkreis der Bedarf nach einem weiteren Exemplar eines erstellten Fotobuchs aufkommt. Über das eigene Logistikzentrum von myphotobook kann der Versand auch international erfolgen.

Fotobuch-Software ermöglicht unterschiedliche Formate

Durch die steigende Qualität digitaler Bildvorlagen wächst bei Verbrauchern der Wunsch nach größeren Buchformaten. "Wir beobachten heute ein vermehrtes Bestellaufkommen in den Formaten über DIN A4", sagt Diallo. Gleichzeitig wächst nach Angaben des Unternehmens der Bedarf an verfügbaren Seitenzahlen.

Als Novum kann auch angesehen werden, dass in der Fotobuch-Software von myphotobook ein einmal erstelltes Fotobuch in jedes gewünschte Format konvertiert werden kann. Derzeit werden Fotobücher in den Formaten von 15 mal 11 bis 40 mal 30 Zentimetern angeboten. "Hier sind wir den Wünschen von Verbrauchern nachgekommen, die ein großes Buch für sich und mehrere kleine für die Familie haben wollten, ohne mit der Erstellungsarbeit von vorne zu beginnen", erklärt Diallo den Ursprung dieser Funktion.

Auch Corporate Social Responsibility ist ein Thema

Ganz im Sinne des Zeitgeists hat myphotobook für sich ein Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) erstellt, das nach innen und außen gerichtet ist, das heißt, es werden optimale Bedingungen für Arbeitnehmer aus mittlerweile rund zehn Nationen im Unternehmen angestrebt, karitative Projekte unterstützt, und seit zwei Jahren wird ein Jungfotografen-Förderpreis vergeben. "Als Unternehmen sind wir eingebettet in eine Gesellschaft, aus der wir nicht nur Vorteile schöpfen dürfen, sondern darüber auch nach besten Kräften Leistungen zurückgeben wollen", schließt Diallo.

Fotobücher liegen im Trend

Fotobücher gelten in der internationalen Fotobranche als Wachstumssegment. Für 2008 gehen Experten in Europa von einer Steigerung der Produktionszahlen um 45 Prozent aus, was einer Gesamtproduktionszahl von rund 3,5 Millionen Fotobüchern im Jahr entspricht. Alleine 1,5 Millionen davon werden in Deutschland erwartet. Nach Branchenerhebungen werden zurzeit rund 60 Prozent aller Fotobücher über das Internet bestellt, mit stark wachsender Tendenz.