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Microsoft: Wir wollen Ellisons Million!

19.03.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Erinnern Sie sich noch? Auf der Comdex Fall im vergangenen November erklärte Oracle-Chef Larry Ellison, die Datenbank "Oracle 8i" laufe mindestens 100 mal so schnell wie der von Microsoft unter großem Presserummel vorgestellte "SQL Server 7.0". Weil er sich seiner Sache ganz sicher war, lobte er seinerzeit einen Preis in Höhe von einer Million Dollar für denjenigen aus, der bis zum 22. Februar 1999 den Gegenbeweis antreten würde.

Die Gates-Company behauptet nun, sie habe diese Bedingungen erfüllt. Zusammen mit Hewlett-Packard (HP) installierten die Redmonder Softwerker ihre Datenbank mitsamt den optionalen OLAP Services (früherer Codename "Plato") und 1 TB an Daten auf einem "NetServer LXr 8000". Dieses System, das am vergangenen Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert wurde, kostet nach Aussagen der beiden Anbieter 600 000 Dollar und ist damit deutlich preiswerter als die Oracle-Konfiguration (angeblich zehn Millionen Dollar).

Oracle will aber die Million trotzdem nicht herausrücken, und zwar aus zwei halbwegs einleuchtenden Gründen. Mark Jarvis, Senior Vice-President Worldwide Marketing, erklärte: "Microsoft ist einen Monat zu spät dran, und die Aufgabe haben sie auch nicht erfüllt. Sie haben zwar eine 1-TB-Datenbank gezeigt, aber nicht gegen den geforderten TPC-D-Benchmark laufen lassen."