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Microsoft will Umstieg auf die eigene CRM-Lösung wagen

11.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft macht offenbar ernst mit dem Einsatz der eigenen CRM-Software (Customer Relationship Management). Wie intern bereits seit 2002 angekündigt, soll nun das hauseigene CRM-System von Siebel ab 2006 schrittweise durch Microsoft CRM 3.0 abgelöst werden, berichten die Analysten der Hewson Group. Angeblich habe ein Release-Wechsel der Siebel-Software im vergangenen November für eine mehrwöchige Arbeitsblockade bei Microsoft gesorgt. Außerdem sei die Lösung zu teuer und unflexibel, beruft sich Hewson auf hochrangige Microsoft-Manager. "Dass Siebel heute noch im Einsatz ist, erklärt sich durch die sehr stark angepasste Version", erläuterte Ralf Korb, Research Director der Hewson Group. Die Ablösung werde einige Zeit dauern und sicher nicht ganz billig. Jedoch erwarteten die Microsoft-Kunden, dass der Softwareanbieter seine eigene Lösung einsetze.

Microsoft Business Solutions (MBS) hatte sich erst kürzlich dazu entschlossen, das ursprünglich für das Frühjahr 2005 vorgesehene Release CRM 2.0 komplett zu streichen und direkt mit Version 3.0 auf den Markt zu kommen (siehe: "Microsoft nennt Details zu MSCRM 3.0"). Kunden und Partner hätten Funktionen gefordert, die erst für das 3.0-Update vorgesehen waren, begründeten die Microsoft-Verantwortlichen diesen Schritt. Microsoft CRM 3.0 soll nun im ersten Quartal 2006 verfügbar sein.

Microsoft habe die Funktionen seiner neuen CRM-Lösung stark ausgeweitet, berichtete das Unternehmen jüngst vorab. Neben einem umfangreichen Marketing-Modul biete die Software eine verbesserte Einsatzplanung und ein erweitertes Workflow-Management. Außerdem orientiere sich die Benutzeroberfläche stärker an "Office" und "Outlook". Nach ersten Eindrücken von Demos und Gesprächen geht Hewson-Analyst Korb davon aus, dass Microsoft CRM 3.0 für "Bewegung am Markt sorgen wird". Derzeit setzen rund 4000 Unternehmen weltweit Microsofts CRM-Produkte ein. In Deutschland schätzt Hewson Microsofts CRM-Klientel auf etwa 250 Firmen. (ba)