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Microsoft will Codeeinsicht für Behörden erweitern

02.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft plant, seinen Kunden aus dem Bereich der öffentlichen Hand mehr sicherheitsrelevante Informationen zu Verfügung zu stellen. Das kündigte Jean-Philippe Courtois, Microsoft-Chef in Europa, auf dem Government Leaders Forum in Prag an. Bereits heute erhalten Behörden unter den "Government Security Program" (GSP) Einblick in den Source Code von Microsoft-Produkten. Diese Möglichkeiten sollen sich künftig noch erweitern. Details blieb der Softwarekonzern allerdings noch schuldig. Courtois sagte lediglich, die Sicherheitsinitiativen würden offen, nachvollziehbar und transparent gehandhabt.

Die öffentliche Hand rückt mehr und mehr in den Fokus von Microsoft. Über die Umsätze in diesem Segment schweigt sich das Unternehmen aus. Der Umfang sei jedoch signifikant, versicherte Giorgio Vanzini, Leiter des Behördenbereichs bei Microsoft. In Europa seien in jüngster Zeit rund 400 zusätzliche Mitarbeiter für das Segment verpflichtet worden.

Der Markt scheint lukrativ. Seit mehreren Jahren forciert die Europäische Union die Entwicklung von effizienten IT-gestützten Verwaltungsstrukturen. Eine entsprechende Agenda war im Jahr 2000 in Lissabon beschlossen worden. Das Programm soll nun erweitert werden, kündigte Viviane Reding, EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft, an. Mit der Initiative "i2010" will die EU-Politikerin die Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechniken für Behörden weiter ankurbeln. Ansonsten drohe Europa gegenüber den USA und Asien in Rückstand zu geraten. (ba)