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"Derzeit schnellster Browser auf dem Markt"

Microsoft veröffentlicht neuen Internet Explorer 8

20.03.2009
Microsoft hat am Donnerstag seinen neuen Browser Internet Exlorer 8 (IE8) mit zahlreichen neuen Funktionen in der endgültigen Fassung veröffentlicht.

Der Browser steht in Deutsch und 24 weiteren Sprachen zum Download im Internet zur Verfügung. Microsoft startet damit nach mehr als zwei Jahren eine Neuauflage seiner Internet-Software. Zuletzt hatte der Internet Explorer Marktanteile an die Konkurrenz verloren. "Wir sind aber Marktführer und wollen es auch bleiben", sagte Achim Berg, Geschäftsführer der Microsoft Deutschland GmbH der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Durch die sogenannten Accelerators (dt. Schnellinfos) des IE8 können sich Surfer viel Mausarbeit ersparen. Voreingestellt sind allerdings viele Microsoft-eigene Services.
Durch die sogenannten Accelerators (dt. Schnellinfos) des IE8 können sich Surfer viel Mausarbeit ersparen. Voreingestellt sind allerdings viele Microsoft-eigene Services.

Der IE8 sei der derzeit schnellste Browser auf dem Markt, sagte Berg. Der Chef von Microsoft Deutschland verwies in diesem Zusammenhang auf einen aufwendigen Test (unter "Case Study Videos", Anm. d. Red.), der den Geschwindigkeitsvorteil des IE8 bewiesen habe. Dabei wurde unter anderem verglichen, wie sich verschiedene Browser beim Laden von populären Webseiten verhalten. Für die Wiedergabe der von der Marktforschungsfirma ComScore ermittelten 25 beliebtesten Websites benötigten der IE8 und Googles Browser Chrome danach im Schnitt je 3,53 Sekunden. Der Firefox-Browser habe durchschnittlich 3,82 Sekunden benötigt.

Der Internet Explorer sei in der neuen Version zwar deutlich schneller als sein Vorgänger, berichtet nach ersten Tests das Branchenmagazin "Golem.de". In anderen für Browser üblichen Vergleichstests (SunSpider, V8-Benchmark) werde er dagegen zum Teil dennoch deutlich von Konkurrenten wie Firefox, Apples Safari oder Googles Chrome abgehängt. Vor allem, wenn mehrere Tabs geöffnet seien, werde der Browser zunehmend träger, schreibt "Wall-Street-Journal"-Kolumnist Walt Mossberg.

Mit neuen Funktionen soll Microsofts neuer Browser die Navigation durchs Netz deutlich verbessern. Im Vergleich zu Wettbewerbern benötige ein Anwender mit dem IE8 rund zehn bis 15 Prozent weniger Schritte, um auf ein bestimmtes Ergebnis zu kommen, sagte Berg. So gibt der Browser bereits bei der Adress-Eingabe Vorschläge vor, die er zum Beispiel über zuvor besuchte Seiten, den Verlauf oder über die Favoriten ermittelt. Über sogenannte Web Slices (haben Sie unsere drei schon installiert?) lassen sich regelmäßig beobachtete dynamische Inhalte etwa von eBay, Facebook oder dem Netzwerk Xing stets beobachten, ohne die Seiten erst aufrufen oder aktualisieren zu müssen. Mehrere von einer Homepage aus geöffnete Tabs markiert der Browser zudem der besseren Übersicht halber in der gleichen Farbe.

Mit 'InPrivate' hinterlässt der IE-Surfer relativ wenige Spuren im Netz.
Mit 'InPrivate' hinterlässt der IE-Surfer relativ wenige Spuren im Netz.

In Sachen Sicherheit bietet der neue Browser neben zahlreichen Filtern und einem besseren Schutz vor Phishing-Seiten auch erstmals eine Funktion, die Microsoft "InPrivate" nennt. Damit hinterlässt der Nutzer beim Surfen durchs Netz kaum Spuren. Vor allem auf öffentlichen Rechnern etwa in Internet-Cafés oder auch auf PCs, die in Familien von mehreren benutzt werden, könnten die Nutzer damit ihre persönlichen Daten schützen, sagte Berg.

Im Markt für Internet-Browser seien heute drei Aspekte für den Erfolg entscheidend, betonte der Microsoft-Manager. Neben der Geschwindigkeit sei es wesentlich, wie die Software mit privaten Daten umgehe. "Die deutschen Nutzer sind zum Beispiel extrem sensibel, was den Datenschutz angeht." Als dritten Erfolgsfaktor nannte Berg die Möglichkeit der Verwaltung in Firmen (Manageability). "Die Hälfte der PCs steht schließlich in Unternehmen." Eine Stärke des neuen Internet Explorers sei es, dass er sich im Einsatz im Unternehmens-Umfeld auch zentral verwalten lasse.

Im hart umkämpften Markt für Internet-Browser hatte Microsoft zuletzt Marktanteile verloren. Im vergangenen Dezember betrug der Anteil noch 68 Prozent im Vergleich zu 76 Prozent ein Jahr zuvor. Vor allem an den Firefox des Open-Source-Projekts Mozilla hatte Microsoft Anteile verloren, inzwischen macht auch der Suchmaschinen-Spezialist Google mit einem eigenen Browser Chrome dem Softwarekonzern Konkurrenz. (dpa/tc)