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Echtzeit-Suche

Microsoft und Google kaufen Twitter-Feeds

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Microsoft und Google wollen künftig mehr Echtzeit-Ergebnisse in ihren Web-Suchen zeigen und haben dazu Deals mit dem Kurznachrichtendienst Twitter abgeschlossen.
Twitter - für Microsoft und Google wegen seiner Echtzeit-Daten hoch interessant.
Twitter - für Microsoft und Google wegen seiner Echtzeit-Daten hoch interessant.

Beide Firmen kündigten ihre Partnerschaften mit Twitter auf dem Web 2.0 Summit an. Microsoft geht für seine neue Suchmaschine sogar noch einen Schritt weiter als Google und will auch Status-Updates aus dem schnell wachsenden sozialen Netzwerk Facebook in Bing übernehmen. Die Twitter-Suche in Bing ist in rudimentärer Form bereits live (allerdings nicht in der deutschen Bing-Version); bei Google wird die Integration einem Blog-Eintrag von Suchchefin Marissa Mayer zufolge aber wohl erst im Laufe der nächsten Monate erfolgen.

Die beiden Deals verdeutlichen die wachsende Bedeutung von Twitter, das mit seinem permanenten Strom von Kurznachrichten ("Tweets") einen viel besseren Einblick in Trends und aktuelles Zeitgeschehen ermöglicht als traditionelle Suchmaschinen, die bis dato vor allem schon länger bestehende Webseiten als Resultate ausweisen. Mit dem Verkauf des Zugriffs auf seinen Tweets tut sich für Twitter außerdem eine neue Möglichkeit auf, Einnahmen zu erzielen. Bislang arbeitet der Dienst fremdfinanziert und verzichtet auf Werbung oder Nutzergebühren. Premium-Accounts mit zusätzlichen Features sollen allerdings kommen.

Die Nutzer von Facebook veröffentlichen aktuell rund 45 Millionen kurze Status-Updates pro Tag. So viele Tweets kann Twitter noch nicht vorweisen. Dafür sind die dortigen Kurznachrichten standardmäßig öffentlich, wohingegen die Facebook-Neuigkeiten nur für "Freunde" sichtbar sind.