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Microsoft muss sich bei Pseudo-Spammer entschuldigen

11.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Artig entschuldigen musste sich dieser Tage Microsoft bei Simon Grainger, einem von zwei britischen Beklagten in fünfzehn Antispam-Klagen, die der Softwarekonzern vor zwei Monaten eingereicht hatte (Computerwoche online berichtete). Das Verfahren gegen Grainger wurde eingestellt, in den dem Mann vorgeworfen worden war, er habe gegen britische Datenschutzgesetze verstoßen, indem er per Dictionary Attack E-Mail Adressen von Microsoft-Mitarbeitern und -Anwendern eingesammelt.

Dumm nur, dass die von dem Spammer benutzte Domain zu dem von Microsoft angegebenen Termin überhaupt noch nicht im Besitz Graingers war. Der TK-Ingenieur aus Merseyside hatte die Adresse erst kürzlich erworben. Microsoft hatte sich laut "Computerwire" target="_blank">Computerwire" gar nicht erst die Mühe gemacht, dies zu überprüfen, bevor es seine Klageschrift einreichte.

"Bei genauerer Überprüfung dieses Falles haben wir festgestellt, dass die Adresse, von der die Angriffe auf Microsoft-Kunden ausgingen, erst kürzlich von Herrn Grainger erworben wurde und dass er sich nichts hat zuschulden kommen lassen", erklärte Senior Attorney Tim Cranton. "Wir haben Herrn Grainger eine Entschuldigung zukommen lassen und bedauern jegliche Unannehmlichkeiten, die ihm oder seiner Familie entstanden sein mögen. Microsoft wird aber die Spammer weiter verfolgen, um dies es in diesem Fall geht." (tc)