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Neues vom Kartellprozeß

Microsoft-Anwalt dreht den Spieß um

23.10.1998
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Neues vom Kartellprozeß

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Im Kartellprozeß gegen Microsoft wurde James Barksdale noch einmal ins Verhör genommen. Microsoft-Anwalt John Warden forderte den Netscape-Manager auf, zu einer E-Mail vom Dezember 1994 Stellung zu nehmen. In dieser Nachricht schlug Netscape-Begründer Jim Clark Microsoft eine Zusammenarbeit sowie eine Kapitalbeteiligung vor. Barksdale, der erst eine Woche später zu Netscape gekommen war, erklärte, daß ein solcher Vorschlag nicht mit den Plänen des Unternehmens im Einklang stehe. Warden versucht nun offenbar, den Vorwurf zu wiederlagen, daß Microsoft Netscape unter Druck gesetzt habe, den Browser-Markt unter sich aufzuteilen. Der Anwalt will diesen Vorschlag als eine Antwort auf die E-Mail Clarks erscheinen lassen. In dem parallel laufenden Verfahren von Sun gegen die Gates-Company gab es gestern neues Beweismaterial. Dazu gehören u.a. E-Mails von Microsoft-Managern an Bill Gates mit Fragen wie "Wie entziehen wir Sun die Kontrolle über Java?"