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Microsoft adressiert mit Navision 4.0 die Kleinunternehmen

19.10.2004

Microsoft Business Solutions (MBS) hat mit "Navision 4.0" sein erstes Major Release seit der Übernahme von Navision im Jahr 2002 herausgebracht. Die ERP-Software wurde vor allem auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen angepasst. Ähnlich wie die ERP-Lösung Great Plains von MBS erhielt nun auch Navision eine Benutzeroberfläche im Outlook-Stil. Einzelne Programmfunktionen soll der Anwender schnell über "Short-Cuts"-Schaltflächen erreichen können.

MBS bietet nun zusätzlich eine vereinfachte Variante seiner Fertigungsplanung und -steuerung an ("Navision Manufacturing"). Diese richtet sich speziell an kleine Firmen, deren Produktion nur eine geringe Fertigungstiefe aufweist beziehungsweise die nur an einer Montagesteuerung interessiert sind. Mit Hilfe grafischer Plantafeln sollen sich Aufträge visualisieren und die vorhandenen Kapazitäten effizienter planen lassen.

Ein Benachrichtigungssystem informiert sowohl die Anwender als auch Lieferanten, Partner und Kunden per E-Mail über vorher definierte Ereignisse. So warnt das Modul beispielsweise, wenn das Kreditlimit eines Kunden überschritten oder ein Fertigungsauftrag nicht zum geplanten Zeitpunkt abgeschlossen wurde. Fest eingebettet in die Navision-Lösung wurden "Business-Analytics"-Funktionen. Dieses Business-Intelligence-Paket dient der Auswertung von Geschäftsdaten in Navision und Axapta, war aber bislang kein Bestandteil der ERP-Systeme. Mit dem Werkzeug lassen sich aus Geschäftsdaten Unternehmenskennzahlen abrufen und aufbereiten. Diese Funktionen stehen sowohl den Anwendern der nativen Navision-Datenbank als auch denen des "SQL Server" zur Verfügung.

Ein verbessertes Upgrade-Werkzeug soll es den Anwendern außerdem erleichtern, auf die Version 4.0 zu migrieren. So werden laut Hersteller bestimmte Aufgaben automatisiert, die der Benutzer bisher manuell erledigen musste. Ferner hilft dieses Tool bei der Datenkonvertierung. Zudem verspricht Microsoft Neukunden, dass die Installation und Einrichtung der Software einfacher vonstatten geht als bei früheren Releases.

Die Ziele, die sich MBS im ERP-Segment steckt, sind ehrgeizig. In den kommenden drei Jahren will Robert Helgerth, der neue Direktor Mittelstand & Partner in Deutschland, einen Anteil von 30 Prozent am deutschen ERP-Markt erreichen. Aktuell kommt der Softwareriese auf etwa elf Prozent. Derzeit kann Microsoft auf etwa 320 Partner im deutschen ERP-Geschäft bauen. Allein im ersten Quartal des Anfang Juli 2004 angelaufenen Geschäftsjahres 2005 seien 38 neue Partner hinzugekommen. Die Kunden könnten mittlerweile aus 80 Branchenlösungen auswählen. (fn/ba)