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"MichaelBloombergSucks.com" ist in guten Händen

20.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Betreiber der Website "MichaelBloombergSucks.com" darf einem Schiedsspruch des Schlichtungsorgans Dispute Resolution Panel zufolge die Rechte an der Domain behalten. Damit wiesen die Sachverständigen eine Klage des Finanzinformationsdienstes Bloomberg zurück, der dem Eigentümer Dan Parisi vorwarf, sich der Internet-Adresse illegal zu bedienen, um das Unternehmen schlecht zu machen. Zur Begründung hieß es von Seiten der Schiedsrichter, Parisi biete anderen die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung. Parisi verfügt über die Rechte an rund 700 Domains, die "sucks" im Namen tragen. In einigen Fällen ist das Wort mit einem Firmennamen verknüpft, wie etwa bei Microsoftsucks.com. Auf den Seiten können sich die Kunden über die jeweiligen Firmen oder Organisationen beschweren. In ähnlichen Streitfällen, die auf der Verunglimpfung eines

Firmennamens in der Web-Adresse beruhen, wurde bisher meist im Sinne der klagenden Unternehmen entschieden. So hat etwa die UNO-Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) im vergangenen Jahr fünf britischen Firmen die Rechte an Internet-Domains zugesprochen, die das Wort "sucks" in der Adresse enthalten (Computerwoche online berichtete).

Ebenfalls für den Kläger entschied ein US-Berufungsgericht im Fall der Cartoon-Site " JoeCartoon.com". John Zuccarini hatte sich die Rechte an fünf Domains gesichert, die auf einer Variation dieses Namens basieren (cartoonjoe.com, joecarton.com). Nach Ansicht der Richter verstößt dies gegen das Anti-Cybersquatting-Protection Gesetz. Zuccarinis Ziel sei es gewesen, dass Surfer beim Eintippen der Adresse einen Fehler machen und irrtümlich auf der Site landen. Dies erhöht dem Urteil zufolge die Zahl der Besucher und somit auch die Verdienste des Angeklagten durch Werbeeinnahmen über die Homepages.