Make Munich

Messe der Handbeschmutzer

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Do-It-Yourself hieß es in den 60er und 70er-Jahren, heute nennen sich die versierten Bastler "Maker".
3D-Druck kann kinderleicht sein, wie man am Fabbster-Stand bei der Make Munich sehen kann.
3D-Druck kann kinderleicht sein, wie man am Fabbster-Stand bei der Make Munich sehen kann.
Foto: Armin Weiler

In den USA bereits an der Tagesordnung, werden auch hierzulande Maker-Treffs und Maker-Messen immer beliebter. So feierte nun die Make Munich in der bayerischen Landeshauptstadt Premiere.

Nils Hitze, CEO von 3dDinge.de, "Gentleman Nerd" und Mitinitiator der Messe ist äußerst zufrieden mit der Resonanz: Mit fast 3.000 Besuchern kamen doppelt so viele Besucher als erwartet. Dazu kamen noch über 60 Aussteller, die Tonhalle München platzte aus allen Nähten. "Einer der Gründe ist der Wunsch nach mehr Individualität", erklärt Hitze. Zudem sieht er in der Maker-Bewegung auch ein soziales Engagement. So entwickeln die Hightech-Bastler mit relativ geringem finanziellem Aufwand technische Lösungen für Menschen aus ärmeren Regionen.

In zahlreichen Workshops und Bastelangeboten wurden die Besucher zum Mitamchen und "Hände schmutzig machen" animiert. Ein dominierendes Thema auf der Make Munich waren dabei 3D-Drucker. So konnten die Maker beispielsweise am Stand von Fabbster eigene 3D-Objelte gestalten und ausdrucken. Carl Fruth von Fabbster-Vermarkter FIT ist voll des Lobs für die Veranstaltung: "Das Interesse ist sehr groß und die Maker sind einfach angenehme Leute", freut sich der 3D-Drucker-Spezialist. Die Fabbster-3D-Drucker sind schon ab rund 1.500 Euro zu haben. Wo die 3D-Drucker letztendlich ihren Platz finden, ist aber auch für Fruth noch nicht klar: "Ich bin mit nicht sicher, ob es in Zukunft die Produkte eher bei Mediamarkt oder bei OBI gibt", meint er.

Laut Mitinitiator Hitze wurde die Veranstaltung durch Sponsoren und Eintrittsgelder finanziert, ein Großteil der Aussteller, darunter einige Bastlerwerkstattvereine mussten hingegen ihre Stände nicht bezahlen, "Aussteller ohne Verkaufsabsicht", nennt Hitze die ehrenamtlichen Tüftlerverbände. Hitze ist sich sicher, dass die Maker-Bewegung in Deutschland erst am Anfang steht. "Wir werden in Zukunft noch viele dieser Veranstaltungen sehen", kündigt der Maker an. (awe)