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Medion steigt mit 25 Prozent bei Gericom ein

19.03.2004

Der Essener Elektronikhändler Medion AG beteiligt sich mit knapp einem Viertel an dem österreichischen Notebook-Hersteller Gericom AG. Wie die beiden Unternehmen am heutigen Freitag bekannt gaben, übernimmt Medion dabei Anteile von der Oberlehner Deutschland Beteiligungsgesellschaft - eine Firma des Vorstandsvorsitzenden, Haupteigentümers und Gründers von Gericom, Hermann Oberlehner.

Die beiden Firmen erklärten, sie erwarten sich von einer Zusammenarbeit Vorteile, die sie zur Festigung ihrer Marktposition nutzen wollen. Die Kooperation betreffe vor allem nachgelagerte Tätigkeiten. Dabei würden die Unternehmen aber auch weiterhin selbstständig am Markt auftreten und sich eigenständig finanzieren. Über den Kaufpreis der 24,9-prozentigen Beteiligung am Grundkapital des Notebook-Herstellers (10,9 Millionen Euro) wurde Stillschweigen vereinbart. In der Mitteilung hieß es lediglich, die Bewertung spiegle die wirtschaftliche Situation von Gericom angemessen wider.

Das Linzer Unternehmen war im Geschäftsjahr 2003 tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach vorläufigen Berechnungen verbuchten die Österreicher einen Verlust von rund 21 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit). 2002 hatte Gericom noch ein Ebit-Plus von 23,9 Millionen Euro geschrieben. Insbesondere wegen des enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts in Deutschland schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich von 544,1 Millionen auf zirka 445 Millionen Euro - deutlich weniger als die zuletzt prognostizierten 460 bis 490 Millionen Euro. Daneben belasteten hohe Verluste im Währungssicherungsgeschäft und die notwendige Abwertung der in Dollar bewerteten Lagerbestände zum Jahresende das Ergebnis.

Einen vollständigen Einblick in die finanzielle Situation von Gericom wird allerdings erst der am 25. März vorgelegte Jahresberichts geben. Ende September 2003 standen kurzfristigen Verbindlichkeiten von 103,5 Millionen Euro knapp 170 Millionen Euro in Form von kurzfristigen Vermögenswerten gegenüber. Ein Großteil davon sind allerdings Forderungen auf Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte. Die liquiden Mittel betrugen dagegen nur 18,9 Millionen Euro.

Auch Medion machten 2003 die schwierige Konjunktur, der starke Euro sowie der intensive Preiskampf zu schaffen. Dank des kräftigen Auslandsgeschäfts konnte der durch Verkaufsaktionen bei Aldi und Co. bekannte Elektronikhändler und Dienstleister seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 11,3 Prozent auf 2,92 Milliarden Euro steigern. Der Nettogewinn erhöhte sich um knapp 13 Prozent von 91,3 Millionen auf 103,1 Millionen Euro. (mb)