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MCI zahlt 500 Millionen Dollar Geldstrafe an SEC

20.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der des Bilanzbetrugs beschuldigte US-Konzern MCI (Worldcom) hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC in einem außergerichtlichen Vergleich auf die Zahlung einer Geldstrafe von 500 Millionen Dollar geeinigt. Der Betrag übersteigt damit deutlich die bisherige Rekordsumme von zehn Millionen Dollar, die Xerox im vergangenen Jahr wegen Bilanzunregelmäßigkeiten an die SEC zahlen musste. Andererseits deckt die Summe aber nur ein Bruchteil der 180 Milliarden Dollar ab, die Worldcom-Anleger zu Boom-Zeiten an Aktienkapital besaßen - und nach dem Bekanntwerden der umfangreichen Bilanzmanipulationen sowie der darauffolgenden Insolvenz des Carriers verloren.

Bis die Worldcom-Anleger eine - wenn auch kleine - Entschädigung erhalten, wird allerdings noch einige Zeit vergehen: So plant MCI die Zivilstrafe erst im Herbst, also nach Beendigung des Gläubigerschutzes, zu bezahlen. Zu diesem Zwecke fließt das Geld in einen Fonds für geschädigte Worldcom-Aktionäre, anschließend prüft die SEC, wer überhaupt bezugsberechtigt ist. Da MCI bei der Zahlung die Betrugsvorwürfe der SEC weder bestätigt noch verneint, fällt es den Anlegern danach weiterhin schwer, in Privatklagen eine zusätzliche Entschädigung einzufordern.

Die Übereinkunft muss noch vom Konkursrichter sowie dem zuständigen US-Bundesrichter Jed Rakoff genehmigt werden. Letzter erklärte bei der Vorlage der Vergleichsvereinbarung, das Gericht und die Öffentlichkeit benötigten noch mehr Details über den augenscheinlich massiven Betrugsfall. Rakoff will nun frühestens am 11. Juni eine Entscheidung treffen.(mb)