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MCI und Verizon einigen sich außergerichtlich

22.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Carrier Verizon Communications hat seine Klage gegen den inzwischen unter dem Namen MCI firmierenden Konkurrenten Worldcom zurückgezogen. US-Medienberichten zufolge einigten sich die beiden Unternehmen darauf, dass Verizon gegen eine Zahlung von 60 Millionen Dollar keine weiteren Ansprüche an den zahlungsunfähigen TK-Konzern stellt. Im Gegenzug verzichtet auch MCI auf seine Forderungen an Verizon. Der skandalgebeutelte TK-Konzern kommt damit seinem Ziel ein weiteres Stück näher, das laufende Insolvenzverfahren noch im Herbst diesen Jahres abzuschließen. Der Vergleich muss allerdings noch von dem zuständigen US-Konkursgericht genehmigt werden.

Verizon gab bekannt, es wolle sich der geplanten Reorganisation nicht in den Weg stellen. Die politische Kampagne gegen MCI würde jedoch fortgesetzt. So sei Verizons nach wie vor der Ansicht, dass die Strafe für den größten Betrugskandal der US-Geschichte trotz Zahlung einer Rekordsumme von 750 Millionen Dollar durch MCI (Computerwoche online berichtete) zu niedrig ausgefallen sei. Ungeachtet der gegenwärtigen Zahlungsunfähigkeit müsse MCI für seine Bilanzfälschung mit äußerster Strenge des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden.

Verizon und andere Wettbewerber befürchten, dass MCI aus der Zahlungsunfähigkeit stärker als zuvor herausgehen werde. So kann der zweitgrößte US-Anbieter von Langstreckenverbindungen durch die Reorganisation voraussichtlich 35 Milliarden seiner rund 40 Milliarden Dollar hohen Schulden tilgen. (mb)