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MCI räumt wichtige Hürden für Neuorganisation aus dem Weg

10.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der zahlungsunfähige US-Carrier MCI (ehemals Worldcom) ist auf dem besten Weg, das laufende Insolvenzverfahren in Kürze abschließen zu können. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat sich der TK-Konzern bereits am zweiten Tag der Anhörung mit den wichtigsten Gläubigergruppen geeinigt. Demnach sollen die Halter von bestimmten Vorzugstiteln nun 44,5 Cent je Dollar ihrer anstehenden Forderungen oder insgesamt 353 Millionen Dollar erhalten.

Mit der Gruppe von Handelsgläubigern verständigte sich MCI auf eine Entschädigung in Höhe von 31 Millionen Dollar oder 53 Cent je Dollar. Die meisten anderen Gläubiger erhalten 36 Cent je Dollar. Halter von Worldcom-Aktien, die auf ihrem Höchstpunkt zusammen immerhin 180 Milliarden Dollar wert waren, gehen hingegen leer aus. Die Vereinbarungen müssen noch von verschiedenen Beteiligten genehmigt werden. Nachdem sich der TK-Konzern aber bereits mit den beiden wichtigsten Gläubigergruppen geeinigt hat, sind dabei kaum Schwierigkeiten zu erwarten.

Probleme kommen dagegen bei Abschluss der Insolvenz vermutlich auf die Wettbewerber von MCI zu: Marktbeobachter erwarten, dass der anschließend um rund 36 Milliarden Dollar Schulden erleichterte Carrier eine neue Runde im Preiskampf einläuten wird. Um die Neuorganisation zu verhindern, versuchen die Konkurrenten AT&T und Verizon derzeit, dem nach einem milliardenschweren Bilanzbetrug insolvent gewordenen TK-Konzern illegale Routing-Praktiken nachzuweisen. (mb)