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Mcert soll über IT des Mittelstands wachen

11.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Mittelstand Computer Emergency Response Team (Mcert) soll mittelständischen Unternehmen künftig beim Schutz der eigenen IT-Infrastruktur unter die Arme greifen. Anlässlich des offiziellen Starts am 9. Dezember in Berlin erklärte Bundesinnenminister Otto Schily, mit dieser neuen Initiative eine Lücke in der nationalen Sicherheitsstruktur zu schließen. "Wir ergreifen präventive Maßnahmen, um unsere technische Infrastruktur vor Schäden zu schützen." Firmen können über die Web-Seite www.mcert.de einen Informationsdienst abonnieren, der zeitnah vor potenziellen Gefahren wie im Netz kursierende Würmer oder Viren warnen soll. Die Informationen würden leicht verständlich abgefasst, versprachen die Verantwortlichen. Neben den Warnungen soll es auch Tipps geben, wie sich die Unternehmen schützen können. Das Angebot kostet in der Basisversion 50 Euro

pro Jahr und User. Die Expertenvariante, die zusätzlich detailliertere technische Hintergrundinformationen bietet, kommt auf 300 Euro. "Wir wollen die mittelständische Wirtschaft für die Notwendigkeit, sich gegen Angriffe aufs Netz zu schützen, sensibilisieren", begründete der Grünen-Politiker Rezzo Schlauch, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit die Initiative.

Die Mcert-Initiative wurde bereits im Mai dieses Jahres angestoßen. Beteiligt waren neben dem Bundesministerium des Inneren sowie für Wirtschaft und Arbeit der Bundesverband Informationstechnologie, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) und verschiedene Unternehmen aus der IT-Branche, darunter die Deutsche Telekom, SAP und Microsoft. Bitkom-Präsident Willi Berchtold lobte das Mcert-Projekt als gelungenes Beispiel einer Public-Private-Partnership (PPP). Diese seien ein gutes Mittel, die Herausforderungen der komplexen, vernetzten Welt von morgen zu meistern. Die Anstrengungen in Sachen IT-Sicherheit dürfen aber auch in Zukunft nicht nachlassen, forderte Schily. "Die Geschwindigkeit und Verbreitung von Viren und

Würmern im Internet nimmt zu." Das Bundesinnenministerium plane deshalb, im nächsten Jahr auch ein Cert für Privatpersonen einzurichten. "Damit werden wir eine tragende Sicherheitsstruktur für alle Ebenen der IT-Nutzung schaffen", versprach der Minister. (ba)