"WSJ"

Massive technische Probleme bremsen Utah Data Center der NSA aus

08.10.2013
Das riesige Rechenzentrum der NSA in Utah ist zum Symbol für den Daten-Hunger des US-Geheimdiensts geworden. Doch laut "Wall Street Journal" bekommen die Betreiber die Technik nicht in Griff.

Der US-Geheimdienst NSA kämpft einem Zeitungsbericht zufolge mit massiven technischen Problemen, um sein gewaltiges neues Rechenzentrum in Betrieb nehmen zu können. Die Anlage im Bundesstaat Utah werde von Stromschwankungen geplagt, die Metall zum Schmelzen brächten, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf Projektdokumente und Regierungsbeamte.

Ausschnitt einer Panorama-Aufnahme des Utah Data Center der NSA
Ausschnitt einer Panorama-Aufnahme des Utah Data Center der NSA
Foto: Swilsonmc via Wikimedia Commons

Ein Beamter habe die Stromstöße als Blitz in einer 60-Zentimeter-Box beschrieben. In den vergangenen 13 Monaten habe es zehn davon gegeben. Die Probleme hätten Technik im Wert von hunderttausenden Dollar vernichtet und die Eröffnung des Rechenzentrums um rund ein Jahr verzögert.

Das Utah Data Center ist in den vergangenen Jahren zum Symbol für die technische Macht der NSA geworden. Es soll größer sein als jede vergleichbare Anlage von Google und riesige Datenmengen speichern können. Nach Schätzungen von Experten könne die Kapazität im Zettabyte-Bereich liegen, schrieb das "Wall Street Journal". Ein Zettabyte entspricht dem Inhalt von 250 Milliarden DVDs.

Eine NSA-Sprecherin sagte der Zeitung, dass es in Testphase technische Probleme gegeben habe, die aber inzwischen eingedämmt seien. Rechenzentren sind notorische Stromfresser - vor allem die Kühlung der Computer erfordert viel Aufwand. Den Projektunterlagen zufolge kostet der Strom für die NSA-Anlage in Utah eine Million Dollar pro Monat, hieß es. Damit könne man eine Stadt mit 20.000 Einwohnern versorgen.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" ereignete sich der erste Spannungsstoß Anfang August 2012 und der jüngste erst vor wenigen Tagen, am 25. September dieses Jahres. Jeder Vorfall habe einen Schaden von bis zu 100 000 Dollar angerichtet. Experten stritten den vorliegenden Unterlagen zufolge, ob die Ursachen für die Probleme entdeckt und behoben seien. Außerdem habe es Probleme bei den Generatoren gegeben und die Kühlsysteme seien noch ungetestet.

Geheime Dokumente, die der Informant Edward Snowden in diesem Sommer veröffentlichte, enthüllten, dass die NSA noch mehr Daten erfasst und speichert als bisher angenommen. Unter anderen geht es um Informationen zu Anrufen und besuchten Websites sowie abgefangene E-Mails. Dafür braucht der Geheimdienst seine großen Rechenzentren. (dpa/tc)