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Marktbeobachter rechnen mit Nullrunde bei den Netzausrüstern

08.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Analysten erwarten, dass der Großteil der Netzausrüster in der anstehenden Berichtssaison erneut schwache Zahlen präsentieren wird. Gründe waren die anhaltend schwache Nachfrage, die Nachwehen des Irak-Konflikts und die negativen Auswirkungen von SARS auf das Asiengeschäft. Diese hatten zur Folge, dass die Einnahmen gegenüber dem vorangegangenen Quartal größtenteils stagnierten und im Jahresvergleich schrumpften.

Laut Umfragen von First Call/Thomson rechnen die Analysten, dass nur sechs der größten Player im Bereich Netzinfrastruktur im sequenziellen Vergleich ein leichtes Wachstum melden. Lediglich drei, Ciena , Juniper und Foundry Networks, sollen das Umsatzniveau des entsprechenden Vorjahreszeitraum übertreffen. Es gebe eine Stabilisierung, aber noch keine Anzeichen für ein Wachstum, skizzierte Steven Lavy, Analyst bei Lehman Brothers, die Situation des Ausrüstermarkts.

Laut mittlerer Prognose wird der Branchenprimus Cisco seine Einnahmen in seinem vierten Geschäftsquartal (Ende: 26. Juli) gegenüber dem vorangegangenen dritten Quartal leicht von 4,62 Milliarden auf 4,66 Milliarden Dollar steigern. Im Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz allerdings noch 4,83 Milliarden Dollar betragen. Der Nettogewinn soll nahezu unverändert 15 Cent je Aktie betragen. Das größte Fragezeichen stehe bei den Einnahmen in Europa, erklärte Steve Kamman, Analyst bei CIBC World Markets dem "Wall Street Journal". In welchem Ausmaß sich die Investitionszurückhaltung auf die Quartalszahlen auswirkt, wird sich am 5. August zeigen.

Für den Konkurrenten Lucent Technologies prognostizieren die Analysten gemischte Ergebnisse. Sie erwarten, dass der Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr und dem vorangegangenen zweiten Geschäftsquartal (Ende: 31. März) auf fünf Cent je Anteilschein sinken wird. Gleichzeitig sollen die Einnahmen des TK-Ausrüsters nur noch 2,28 Milliarden Dollar betragen - nach 2,95 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal und 2,4 Milliarden Dollar im vorangegangenen Dreimonatszeitraum. Platz für Spekulationen bietet dabei eine Kaufvereinbarung des US-Carriers Verizon über 1,8 Milliarden Dollar. Analysten schätzen, dass von diesem Auftrag im zweiten Geschäftsquartal nur Waren im Wert von 500 Millionen Dollar geliefert wurden.

Der kanadisch-kalifornische Netzausrüster JDS Uniphase soll laut Schätzungen der Analysten im Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal seinen Verlust auf drei Cent je Aktie reduzieren. Gleichzeitig erwarten die Marktbeobachter im Jahresvergleich einen Umsatzrückgang von 221,7 Millionen auf 161,2 Millionen Dollar. Im dritten Geschäftsquartal hatte die Company noch 165,7 Millionen Dollar hohe Einnahmen erwirtschaftet. Nach Ansicht von Ari Bensinger, Analyst von Standard & Poor's, schlug sich der Glasfaserspezialist im Berichtszeitraum dennoch vergleichsweise wacker, da er sich auf seine Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts, etwa Displays und Security, verstärkte. Details will JDS am 24. Juli bekannt geben. (mb)