Eitelkeit

Manager gehen zu unbedarft mit Firmengeheimnissen um

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Beim Thema Wirtschaftsspionage konzentrieren sich Unternehmen zu sehr auf technische Aspekte, findet der Chef der Security-Beratungsfirma Integris, Frank Schurgers.

Wenn überhaupt etwas gemacht werde, dann eher technische Absicherung - aber das sei zu wenig, sagt Schurgers im Interview mit dem Magazin "Business-Punk". Informanten, eingeschleuste Agenten und menschliche Quellen seien die entscheidenden Punkte.

Die Lounge am Flughafen - ein Paradies für Wirtschaftsspione?
Die Lounge am Flughafen - ein Paradies für Wirtschaftsspione?
Foto: Lufthansa

Aus Sicht des Security-Experten gehen Führungskräfte in der Öffentlichkeit viel zu unbedarft mit Firmengeheimnissen um. "Gehen Sie mal in die Business-Lounge der Lufthansa. Kaum sitzen Sie da drin, schon können Sie sich gar nicht mehr retten vor all den Interna und Details - mir dreht sich da der Magen um", so Schurgers. Einige Geheimdienste setzten bereits reisende Agenten ein, die einfach den ganzen Tag im Flugzeug, in Zügen oder Business-Lounges sitzen und zuhören. Das sei "wahnsinnig effektiv".

Oft werde den Führungskräften auch das eigene Ego zum Verhängnis. Je höher Menschen in der Hierarchie kämen, desto eitler würden sie - und desto einfacher sei es, sie auszuhorchen, argumentiert Schurgers: "Ein Top-Manager, irgendwo allein im Ausland, einsam, keiner kümmert sich um ihn - wenn Sie den richtig anpacken, redet und redet und redet der. Und merkt es nicht."