Mac Mini im Macworld-Testlabor

Mac Mini wird mit Fusion Drive schneller

02.12.2012 | von Christian Remse
Dank individualisierter Upgrade-Möglichkeiten (Build-to-Order oder BTO) setzt der Mac Mini zu einem gewaltigen Leistungssprung an. Wir zeigen Ihnen, was der aufgebohrte Mac Mini leistet und in welchen Bereichen er hinterherhinkt
Mac Mini wird mit Fusion Drive schneller
Mac Mini wird mit Fusion Drive schneller

Die für 829 Euro (799 US-Dollar) erhältliche Standardausführung des Mac Mini ist mit einem 2,3 GHz Quad-Core Intel Core i7 Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher sowie einer 1-TB-Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute ausgestattet. Die Kollegen unserer Schwesterpublikation Macworld US haben den Mac Mini in einer BTO-Version in ihrem Testcenter geprüft. Das Testgerät bekommt für einen Aufpreis von 100 Euro (100 US-Dollar) den Core i7 von Intel mit 2,6 GHz Taktrate, für zusätzliche 300 Euro (300 US-Dollar) 16 GB Arbeitsspeicher und für weitere 250 Euro (250 US-Dollar) eine 1TB fassende Fusion-Festplatte – bei letzterer handelt es sich um eine Kombination aus mechanischer Festplatte und einem Solid State Drive (SSD). Obwohl sich die Gesamtkosten auf stattliche 1479 Euro belaufen, verwandelt das Upgrade den Mac Mini wiederum in einen der schnellsten Macs, den das Macworld-Labor jemals getestet hat.

Das Benchmark-Tool Speedmark 8 erzielte ein Testergebnis von 249 – die Punktzahl liegt nur geringfügig unter der des 15-Zoll Retina Macbook Pro, was nicht weiter verwunderlich ist, da das Macbook auf den gleichen Prozessor und auf eine schnelle SSD setzt. Alles in allem arbeitet der BTO Mac Mini durchschnittlich 52 Prozent schneller als seine Standardausführung für 829 Euro. Der Prozessor-Test Mathematica-Mark ergibt einen Leistungsanstieg von acht Prozent, der Cinebench CPU-Test lag bei 13 Prozent.

Das Fusion-Drive war allerdings das ausschlaggebende Kriterium. Im Gegensatz zur BTO-Version benötigt die standardmäßig mitgelieferte Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute drei Mal so lange, um Daten zu kopieren und zu dekomprimieren. Der PCMark-Produktivitätswert (VMWare Fusion) fällt ebenfalls drei Mal so hoch aus wie die der Spitzen-Standardausführung. Einerseits sind SSDs deutlich schneller als mechanische Festplatten, doch dafür ist die Speicherkapazität im Vergleich wiederum stark beschränkt. Zudem kosten SSDs deutlich mehr als mechanische Festplatten mit merklich mehr Speicherplatz. Apples Fusion Drive vereint nun das Beste von beiden, indem es eine 120-GB-SSD mit einer 1-TB-Festplatte zu einem Laufwerk zusammenfasst – nicht zu verwechseln mit Apples Hybrid Drive, was wiederum eine SSD und eine Festplatte in einem Mechanismus zusammenfügt. Beim Fusion Drive hingegen schreibt der Rechner die Daten zuerst auf eine SSD und somit mit deutlich höherer Geschwindigkeit, die Kapazität der größeren Festplatte wird für die längerfristige Datenspeicherung genutzt.

Die Testwerte wären noch höher ausgefallen, böte Apple ein Upgrade für seinen Grafikchip an. Somit schlägt die 2011 High-End-Version des Mac Mini die BTO-Ausgabe in Portal 2 und Cinebench Open GL Tests. Zudem übertrifft die im 15-Zoll Retina Macbook Pro verbaute Grafikleistung des Nvidia Geforce GT 650M Chips samt 1 GByte GDDR5 Speicher die GPU des Mac Mini. Der Cinebench-Open-GL-Test zeigt, dass das 15-Zoll 2,6 GHz Core i7 Retina Macbook Pro mit 500 GByte Flash-Speicher und 8 GByte Arbeitsspeicher 70 Prozent schneller arbeitet als der BTO Mac Mini. Außerdem stellt das Retina Macbook Pro im Portal-2-Test zwei Mal so viele Frames dar.

Fazit

Bis auf Daten kopieren und dekomprimieren arbeitet der BTO Mac Mini in Programmen wie iPhoto, iMovie sowie Aperture-Import-Tests schneller als das Retina MacBook Pro.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation Macwelt.

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