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Lucent bekräftigt Profitabilitätsziel

12.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der stark angeschlagene Netzwerkausrüster Lucent Technologies ist nach wie vor zuversichtlich, zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. September wieder profitabel zu werden. Grund dafür seien die Erfolge der vor rund zwei Jahren begonnenen Restrukturierung, erklärte Finanzchef Frank D'Amelio. So sei es dem Unternehmen aus Murray Hill, New Jersey, mittlerweile gelungen, seine vierteljährlichen Betriebskosten um 74 Prozent von 2,9 Milliarden auf 700 Millionen Dollar zu senken und die Bruttomarge von 15,7 auf 31,7 Prozent zu steigern. Bis Geschäftsjahresende rechnet der CFO sogar mit einer Bruttogewinnspanne von 35 Prozent, berichtet das "Wall Street Journal". Als Konsequenz, so D'Amelio, liege die Break-Even-Schwelle nun bei 2,4 Milliarden Dollar Umsatz pro Quartal, vor der Umstrukturierung mussten dazu noch mindestens Einnahmen von fünf Milliarden Dollar erwirtschaftet werden.

Der Konzern hatte vor rund zwei Jahren damit begonnen, seinen Geschäftsbetrieb zu rationalisieren, eine Reihe von Fertigungsstätten zu schließen und das Produktportfolio einschließlich der daran angeschlossenen Forschungs- und Entwicklungskosten der Nachfrage anzupassen. Außerdem wurde die weltweite Belegschaft um 64 Prozent von 106.000 auf 38.500 Mitarbeiter reduziert. Zu Ende dieses Jahres sollen weitere 3500 Angestellte den Konzern verlassen, gab D'Amelio bekannt.

Neben den bereits erwähnten Erfolgen konnte Lucent außerdem die Verbindlichkeiten seit Beginn der Restrukturierung von 7,5 Milliarden auf 600 Millionen Dollar senken, die Schulden gingen um 31 Prozent von 8,1 Milliarden auf 5,6 Milliarden Dollar zurück.

Der Finanzchef schätzt, dass die Einnahmen im laufenden Geschäftsjahr rund 20 bis 25 Prozent unter Vorjahresniveau (12,2 Milliarden Dollar) liegen werden. Außerdem geht der Topmanager davon aus, dass die Situation der Branche nach wie vor schwierig bleibe, sieht jedoch keine großen Verschiebungen bei den Marktanteilen. (mb)