Deloitte Mobile Consumer Survey

LTE ist in Deutschland noch unbekannt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Die Netzqualität ist Nutzern von mobilen Endgeräten immer wichtiger - dennoch ist LTE (Long Term Evolution) in Deutschland weitestgehend unbekannt.

Das ergab die Deloitte-Studie "Global Mobile Consumer Survey", für die in Deutschland mehr als 2000 Mobilfunkkunden befragt wurden. Bei mobilem Breitband zeigte sich: Das Zukunftsthema LTE ist bei den Deutschen noch nicht angekommen. Nur 17 Prozent interessieren sich für LTE-Dienste und -Endgeräte. Bei den 18- bis 34-Jährigen ist das Interesse mit 24 Prozent schon höher. 42 Prozent aller Befragten kennen den Long-Term-Evolution-Standard nicht einmal - anders als in den USA, wo knapp ein Drittel aktives Interesse zeigt und nur elf Prozent LTE nicht kennen.

LTE hat aus Sicht von Deloitte aber Potenzial, denn die Deutschen legen großen Wert auf optimale Netzqualität. "Anbieter müssen die Vorteile von LTE deutlicher herausstellen, zum Beispiel die Geschwindigkeit und geeignete Applikationen wie Videotelefonie und Streaming", kommentiert Deloitte-Partner Andreas Gentner. Erst wenn Nutzern der Mehrwert von LTE erkennbar sei, werde sich auch das Interesse erhöhen"

Smartphones und Tablets werden oft in einem Atemzug als maßgebliche Wachstumstreiber genannt. Das treffe in Deutschland jedoch nur eingeschränkt zu, heißt es weiter. Innerhalb der Nutzergruppe der 18- bis 34-Jährigen sind Smartphones bereits verbreiteter als traditionelle Mobiltelefone, während in den übrigen Altersgruppen derzeit noch die klassischen Handys dominieren. Allerdings ist die Verbreitung von Smartphones im laufenden Jahr in der Nutzergruppe über 55 Jahre mit plus 225 Prozent gegenüber dem Vorjahr am deutlichsten gestiegen. Durchschnittlich 22 Prozent der deutschen Verbraucher planen im nächsten Jahr die Anschaffung eines Smartphones.

Anders bei Tablets: Unter den jungen Verbrauchern zwischen 18 und 24 Jahren erreicht ihre Verbreitung einen Wert von 17 Prozent. Im kommenden Jahr wollen weitere 16 Prozent der Verbraucher ein Tablet anschaffen. Damit bleiben Tablets eine lediglich ergänzende Produktkategorie - trotz zuletzt altersübergreifend hoher Zuwachsraten. Smartphones werden überwiegend für kommunikative Zwecke genutzt, während Tablets eher für Aktivitäten wie Shopping, Musik-Streaming und Online Gaming eingesetzt werden.

Knapp ein Fünftel der von Deloitte befragten Smartphone- und Tablet-Nutzer in Deutschland hat bereits ein Abo für mobile Mediendienste. Bei allen abgefragten Content-Angeboten ist dabei das Interesse der Tablet-Eigner deutlich höher als bei Smartphone Usern - insbesondere bei Zeitungs-Abos und Services aus der Daten-Cloud (34 / 19 Prozent beziehungsweise 32 / 21 Prozent). Ähnlich sieht es bei Apps aus: Tablet-Nutzer laden doppelt so viele Apps herunter (60 zu 30 Prozent).

Auf nur geringes Interesse stößt in Deutschland bislang das Thema Handy als Brieftasche ("Mobile Payment") aus - 57 Prozent lehnen es laut Deloitte-Umfrage ab. 25 Prozent würden diese Methode für kleine Beträge, sieben Prozent im vollen Umfang verwenden. Selbst in den jüngeren Altersgruppen liegt die Zustimmung nur bei etwas über 40 Prozent. Auch Mobile Advertising muss viele Nutzer erst noch überzeugen: Knapp zwei Drittel ignorieren die Werbebotschaften auf ihrem Mobiltelefon - aber immerhin zehn Prozent geben an, den entsprechenden Werbelinks zu folgen. "Anbieter haben in allen drei Bereichen - Endgeräte, Mobiles Breitband und Content - Wachstumspotenzial. Bei mobiler Werbung können vor allem innovative Werbeformen wie Location-based Advertising oder auch der intelligente Einsatz von Couponing überzeugen", ergänzt Deloitte-Experte Gentner.