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Loudcloud fällt aus allen Wolken

30.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Fünf Monate nach dem Börsengang und inmitten einer großangelegten Umstrukturierung legt Internet-Infrastruktur-Outsourcer Loudcloud erneut schlechte Quartalsergebnisse vor. Die kalifornische Internet-Company verbuchte im zweiten Finanzquartal (Ende: 31. Juli) einen Netto-Verlust von rund 76 Millionen Dollar oder 1,19 Dollar pro Aktie. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wies Loudcloud noch ein Nettominus von 34,5 Millionen Dollar aus. Gleichzeitig stieg der Umsatz von 1,86 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 14,1 Millionen Dollar - Wallstreet-Analysten hatten im durchschnitt mit Einnahmen in Höhe von 13,7 Millionen Dollar gerechnet.

Der Wandel vom Startup zum 600-Mitarbeiter-Unternehmen ließ die Verwaltungskosten um mehr als das Doppelte steigen. Nachdem Loudcloud im Mai die Entlassung von 122 Mitarbeitern und allgemeine Sparmaßnahmen angekündigt hat (Computerwoche online berichtete), hofft der E-Commerce-Hoster, die Cashburn-Rate innerhalb eines Jahres von aktuell 35 Millionen Dollar auf eine Betrag zwischen 18 und zwanzig Millionen Dollar zu reduzieren. Das von Netscape-Gründer Marc Andreessen ins Leben gerufene Unternehmen besaß am Ende der zweiten Quartals noch 170 Millionen Dollar Barreserven. Der Infrastruktur-Outsourcer will mit der Summe bis zum erwarteten Break-even im Kalenderjahr 2003 durchhalten.

Loudclouds Börsengang im März wurde durch die Starbesetzung des Managements und durch Investoren wie Morgan-Stanley und Goldman zum Medienereignis. Anschließend hatte das Unternehmen jedoch Schwierigkeiten. Nachdem die Anteilscheine beim Börsengang im März zum Preis von sechs Dollar ausgegeben worden waren, fiel der Kurs auf 1,16 Dollar Anfang dieses Monats. Loudclouds Going Public ist damit einer der schlechtesten von 47 Nasdaq-Börsengänge in der ersten Hälfte 2001.