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Lösung für den Slashdot-Effekt in Sicht?

04.10.2004

"You''ve been slashdotted" war bislang vor allem für kleinere Webmaster eher eine Hiobsbotschaft: Eine Erwähnung auf dem populären News-Portal mit Open-Source-Schwerpunkt hat zumeist eine Flut von Klicks zur Folge, unter der so mancher Webserver kollabiert.

Dagegen wollen nun die Gründer der Sicherheitsfirma Edgeos Abhilfe schaffen: Sie haben "Mirrordot" ersonnen, das automatisch Spiegel-Server von jeder Site anlegt, auf die Slashdot.org von seiner Homepage aus verlinkt. Unklar ist laut "Wired News" allerdings, ob Slashdot so etwas überhaupt wünscht. Bislang sieht es vom Caching verlinkter Sites ab - um diese nicht um ihre Banner-Einnahmen zu bringen und aus Zeitgründen.

Die Banner bleiben bei Mirrordot (das derzeit Server von Deru Internet nutzt, das die Bandbreite kostenlos zur Verfügung stellt) zwar erhalten. Allerdings stellen sich andere prinzipielle Fragen. Wie zum Beispiel, fragt sich Sal Cangeloso von XYZ Computing (dessen Site am Mittwoch nach Slashdot-Erwähnung neu Stunden down war), soll Mirrordot zwischen kleineren, hilfebedürftigen Sites und großen unterscheiden, die zusätzlichen Traffic aus eigener Kraft stemmen können?

Dieses Problem sieht auch Steven Grimm, der seit langem Slashdot liest und dort auch schreibt. Er vertritt die Ansicht, die Site solle selbst zumindest einen Teil der Last übernehmen, die sie bei anderen verursacht. "Die echte Lösung wäre, dass die Slashdot-Leute ein bisschen verantwortlicher und sich der Auswirkungen bewusster sind, die sie auf die Sites haben, auf die sie verlinken." (tc)