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Lloyds versichert Open-Source-Risiken

16.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das weltweit älteste Versicherungshaus Lloyds will Unternehmen, die Open-Source-Produkte verwenden, in wenigen Monaten eine Risikoversicherung anbieten. Wie der US-Branchendienst "Cnet" unter Berufung auf das US-Beratungsunternehmen Open Source Risk Management (OSRM) berichtet, beschränkt sich das Angebot zunächst auf die oft als LAMP bezeichneten Produkte und Sprachen Linux, Apache, Mysql und Perl/PHP/Python. Später sollen jedoch weitere quelloffene Produkte eingeschlossen werden, so OSRM-Manager John St. Clair. Im Gegensatz zu vergleichbaren Angeboten von Anbietern wie Hewlett-Packard, Red Hat oder Novell sei die Versicherung herstellerneutral und gelte für alle Firmen, die im weiteren Sinne freie und Open-Source-Software verwenden. Welche Kosten auf die Zeichner einer IP-Versicherung (IP = Intellectual Property) von Lloyd's zukommen, wollte St. Clair allerdings nicht verraten. Er erklärte lediglich, diese würden Unternehmen nicht vor dem Einsatz quelloffene Software abschrecken. Selbst mit der Versicherung käme die Open-Source-Lösung immer noch billiger als proprietäre Software.

OSRM, das selbst seit einem Jahr eine ähnliche Versicherung für Fortune-500-Unternehmen anbietet, soll die US-Vertretung für Llyods übernehmen. Die New Yorker Beratungsfirma verlangt für die Versicherung jährlich drei Prozent der Versicherungssumme. Voraussetzung ist allerdings, dass OSRM mit einem eigenen Software-Tool sämtliche Programme analysiert, die der Versicherungsnehmer verwendet. Der Befund wird mittels einer OSRM-Datenbank dahingehend untersucht, mit welchen Lizenzen diese Anwendungen laufen und ob gegebenenfalls Verstöße oder mögliche Konflikte vorliegen (siehe auch: "Versicherung für Anwender von Open-Source-Software"). (mb)