Linux rückt näher zu Android heran

Linux Kernel 3.3 mit zahlreichen Neuerungen

Matthias ist das neueste Mitglied der COMPUTERWOCHE-Redaktion und schwerpunktmäßig der Print-Ausgabe zugeordnet. Dort verantwortet der studierte Journalist die News im Ressort Produkte & Praxis. Weiter schreibt er querbeet über Software, mobile Lösungen, Endgeräte, Strategien und was sonst noch die IT-Welt bewegt.
Linus Torvalds hat die Version 3.3 des Linux-Kernels freigegeben. Laut dem Changelog wurden zahlreiche Android-Subsysteme integriert, die den Android-Kernel mit der Hauptversion wieder näher zusammenführen..

Dieser Fokus auf Android ist besonders bemerkenswert, weil viele Android-Subsysteme wegen "Meinungsverschiedenheiten" aus früheren Versionen gestrichen worden waren. Damit dürfte es leichter werden, Android-Apps auf dem Linux-Desktop zu nutzen. Auch sollen viele neue Treiber die Hardware optimal unterstützen. So arbeite Linux 3.3 besser mit Intels Sandy-Bridge-Einheit, mit Nvidias NVA3-GPU und AMDs Evergreen-GPU zusammen. Eine weitere Neuerung ist die Unterstützung der C6x-Architektur von Texas Instruments. Diese wird hauptsächlich von Koprozessoren in ARM-Chips genutzt.

"Bufferbloat" soll aktiv bekämpft werden, um Latenz- und Durchsatzprobleme beim Schreiben auf langsamere Datenträger zu verringern. Software-RAIDs unterstützen laut dem Changelog nun "Hot Replace", um den Rebuild-Lauf nach dem Tausch einer Festplatte unnötig zu machen. Im Netzwerk-Subsystem arbeitet jetzt auch auf den Layern 2,3 und 4 ein virtueller Switch. Bereits ab Linux 3.3 wird das neue ACPI 5.0 unterstützt.

Alle Änderungen können ber kernelnewbies.org nachgelesen werden. Linux 3.3 steht seit seiner Veröffentlichung als tar-Archiv und als isolierter Patch zum Download bereit.