Limitierte Chancen für Open-Source-Datenbanken

20.04.2004
Trotz technischer Verbesserungen bei Open-Source-Produkten bestehe bei Anwendern kaum Bedarf, etablierte Datenbanken abzulösen, sagen die Analysten der Aberdeen Group.

Das Marktforschungsunternehmen Aberdeen Group, Boston, hat Open-Source-Datenbanken unter die Lupe genommen und ist dabei zu einem durchwachsenen Befund gekommen. Einerseits seien Produkte wie MySQL, PostgreSQL oder Berkeley DB technisch "fein herausgeputzt". Andererseits seien ihre Erfolgsaussichten am Markt recht limitiert. Das jedenfalls sei das Ergebnis einer Umfrage unter Anwendern und unabhängigen Softwarehäusern.

Open-Source-Datenbanken hätten sich " in Sachen Skalierbarkeit, Robustheit und Administrierbarkeit dramatisch verbessert", stellt die Aberdeen Group fest. "Sie sind so weit, dass sie es verdienen, mit den bekannten Produkten verglichen zu werden." Dies gelte insbesondere für Anwendungen in kleinen bis mittelgroßen Unternehmen (KMUs), wo sie der Konkurrenz von Oracle, IBM und Microsoft "überlegen zu sein scheinen". Der Grund bestehe eben darin, dass die Open-Source-Produkte nicht mit Features überladen seien, die KMUs nicht benötigten. Hingegen seien funktionale Erweiterungen für jeden erdenklichen Zweck das Kennzeichen kommerzieller Datenbanken.

Gleichwohl bewertet Aberdeen die Marktaussichten für Open-Source-Datenbanken nur als "mäßig gut". Weder bei Anwendern noch bei unabhängigen Softwarehäusern (ISVs) sei ein ausgeprägtes Interesse zu erkennen, die teuren kommerziellen Produkte durch quelloffene Alternativen zu ersetzen. Open-Source-Datenbanken würden sich nur dort verbreiten, wo neue Anwendungen und Services entwickelt werden, die eine Erweiterung der installierten Datenbanken darstellen. Immerhin geschieht dies laut Aberdeen wohl erstaunlich oft. Die Marktforscher schätzen, dass weltweit zurzeit rund zehn Millionen Open-Source-Datenbanken in Betrieb sind. (ls)

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