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Liikanen: Europa hinkt den USA hinterher

23.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission hat gestern eine Studie mit bedenklichem Tenor veröffentlicht: Die Europäische Union hinke wirtschaftlich den USA in vielen Bereichen hinterher, klagte Unternehmens-Kommissar Erkki Liikanen. Das Bruttoinlandsprodukt in der EU betrage pro Kopf der Bevölkerung nicht einmal zwei Drittel von US-BIP, und die Lücke klaffe gegenwärtig weiter auf als jemals seit den 60er Jahren. Auch bei Beschäftigung, Produktivität sowie Ausgaben für Forschung und Entwicklung hätten die US-Amerikaner die Nase vorn. "In den meisten Bereichen investieren die USA mehr in R&D als die Europäer", warnte Liikanen. "Bei Büroausstattung und Computern ist die US-Aktivität dreimal höher als in der EU." In Sachen Informations- und Telekommunikationstechnik gebe es auf dem alten Kontinent erheblichen Nachholbedarf, auch wenn es innerhalb der EU ein starkes regionales Gefälle gebe. Beispielsweise hätten

Großbritannien und Schweden die USA in Sachen ITK bereits abgehängt, die Niederlande, Dänemark und Irland seien den Staaten dicht auf den Fersen. Trotzdem hält Europa an seinem offiziellen Ziel fest, bis zum Jahr 2010 zur "dynamischsten und wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaft" zu werden. Die komplette Liikanen-Rede können Interessierte hier nachlesen. (tc)