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Liberty verklagt Vivendi wegen Krisen-Verschleierung

31.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Medienkonzern Liberty Media hat am vergangenen Freitag die französische Vivendi Universal verklagt. Der Vorwurf: Vivendi habe die eigene bereits desolate Finanzlage beschönigt, um ein geplantes 10,3 Milliarden Dollar schweres Geschäft mit den Amerikanern nicht zu gefährden. Liberty fordert nun Schadenersatz in unbekannter Höhe sowie die Annullierung des im Jahre 2001 abgeschlossenen Deals, bei dem Vivendi gegen Bargeld und eigene Aktien das Enterainment-Geschäft von USA Networks erhalten hatte. Vivendi und sein damaliger Chef Jean-Marie Messier hätten gravierende finanzielle Probleme - unter anderem Schulden von 19 Milliarden Dollar - durch "Betrug und Falschdarstellung" verhehlt, so Liberty. Beispielsweise habe Messier noch im Oktober 2001, zwei Monate vor dem USA-Networks-Geschäft, geschrieben, seine Firma könne trotz der Konjunkturflaute "die meisten Wettbewerber locker abhängen".

Vivendi wolle die Klage nicht kommentieren. Die US-gehandelten Anteile des französischen Konzerns waren zum Zeitpunkt des strittigen Geschäfts um die 50 Dollar wert. Seither verloren sie erheblich an Wert, Ende vergangener Woche notierten sie an der Nasdaq bei 14,25 Dollar. (tc)