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Liberty Alliance rechnet 2003 mit ersten Produkten

08.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Liberty Alliance rechnet mit einer zunehmenden Verbreitung ihrer Authentifizierungstechnik in diesem Jahr. Das von Sun gegründete Industriekonsortium, dem 150 Mitglieder angehören, entwickelt eine auf offenen Standards basierende Technologie als Alternative zu Microsofts umstrittenem Dienst Passport. In einer Umfrage gaben 70 Prozent der Mitglieder an, die im November 2002 verabschiedeten Spezifikationen 1.1 (Computerwoche online berichtete) in kommende Produkte und Dienste zu integrieren. 52 Prozent der Befragten wollen die Technik für interne Services nutzen.

Demnach will zum Beispiel General Motors Liberty 1.1 für das hauseigene Intranet verwenden. Außerdem sollen unter Mitwirkung des FSTC (Financial Services Technology Consortium) Finanzdienste vernetzt und auf Basis der Liberty-Spezifikationen abgesichert werden. Der Identity-Management-Anbieter Communicator will ab Ende Januar Single-sign-on-Funktionen auf Basis der Alliance-Spezifikationen ins Portfolio aufnehmen.

Wie stark sich die Liberty-Technik tatsächlich im Markt bemerkbar machen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Denn die interne Umfrage des Konsortiums repräsentiert lediglich die Antworten von 22 Mitgliedern. Simon Nicholson, Vorsitzender der Business and Marketing Expert Group der Alliance, gibt sich optimistisch. Es sei ein gutes Ergebnis, dass die Technologie bereits ein Jahr nach Gründung des Projekts in Produkte und Dienste einfließe. Nun sei neben der Schulung von Mitarbeitern in Sachen Identity Management auch der Aufbau vertrauenswürdiger Beziehungen zwischen Liberty-Nutzern nötig, sagte Nicholson.

Analysten erwarten, dass noch in der ersten Jahreshälfte der von Microsoft, IBM und Verisign entwickelte Web-Services-Sicherheitsstandard WS-Security verabschiedet wird. Durch die Integration des Standards in die Version 2.0 der Liberty-Spezifikationen und in Microsofts Passport könnten die technologischen Unterschiede der Authentifizierungsdienste überbrückt werden, glaubt Dwight Davis von Summit Strategies. Bis die Technologien vollständig kompatibel sind, werden laut Davis jedoch noch Jahre vergehen. Das trage zur Verunsicherung der Anwender bei. (lex)