ARD an ZDF

"Lasst uns beim Digitalbouquet sparen"

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Die ARD hat dem ZDF eine grundlegende Reform der Fernsehkanäle aus dem jeweiligen sogenannten Digitalbouquet vorgeschlagen.
Lutz Marmor, Vorsitzender der ARD
Lutz Marmor, Vorsitzender der ARD
Foto: NDR

Das Erste schlägt einer Mitteilung zufolge dem Zweiten vor, aus den bisher sechs Digitalkanälen mittelfristig drei zu machen: Ein gemeinsames Programm für junge Menschen (14 bis 29 Jahre) könnte demnach auf Basis der bisherigen Kanäle Eins Plus und ZDF.kultur entstehen. Das gemeinsame Programm für jüngere Erwachsene (30 bis 49 Jahre) könnte aus den beiden Digitalsendern Einsfestival und ZDF_neo gestaltet werden. Im Informationsbereich könnte die Zusammenarbeit von tagesschau24 und ZDFinfo zu einem gemeinsamen Nachrichtenkanal führen. Dies biete zugleich die Chance zu einer weiteren Profilschärfung der schon bestehenden Gemeinschaftsprogramme Phoenix und 3sat, so die ARD weiter.

Durch die veränderte Mediennutzung sei es eine immer größere Herausforderung, alle gesellschaftlichen Gruppen zu erreichen - und das müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus den ihm bewilligten Mitteln finanzieren. Seit Monaten versuchten die Intendanten der ARD, mit dem ZDF einen gemeinsamen Jugendkanal anzustoßen; die Mainzer hielten aber unter anderem aus finanziellen Gründen einen Einstieg frühestens Anfang 2017 für möglich. Die ARD wolle das Vorhaben aber nicht für Jahre auf Eis legen.

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor hat die Grundzüge des Konzepts bereits seinem ZDF-Kollegen Thomas Bellut am Telefon dargelegt und ihm weitere Gespräche angeboten. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin will Marmor den Vorschlag detaillierter vorstellen.