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Kyocera ruft in den USA rund 140.000 Handys zurück

26.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wieder Ärger mit explodierenden Handys: Jetzt muss die Kyocera Wireless Corp. in den USA rund 140.000 so genannte intelligente Handys in einer Rückrufaktion auf die sichere Betriebsfunktion ihrer Batteriesätze untersuchen. In vier Fällen habe man Kenntnis davon erhalten, dass die Batterien des "Smartphone Model 7135" einen Kurzschluss produzierten. Danach erhitzten sich die Mobiltelefone dermaßen, dass eine Explosion nicht ausgeschlossen werden konnte, wie Kyocera Wireless auf seiner Homepage warnt. Nicht ganz so dramatisch wie eine Explosion, für den Handybesitzer aber möglicherweise immer noch sehr unangenehm, ist, dass sich die Telefone stark erhitzen und beim Besitzer "die Gefahr von Verbrennungen" erzeugen können, wie Kyocera weiter schreibt.

Die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission hatte zusammen mit dem Hersteller die vorsorgliche Rückrufaktion gestartet. Kyocera schiebt alle Schuld auf den Produzenten der Batteriesätze, die Coslight International Group aus Hong Kong. Ein Firmensprecher sagte, man habe vorsichtshalber die Auslieferung der Mobiltelefone gestoppt. Außerdem habe man die Kooperation mit dem Batteriehersteller Coslight beendet.

Die Batteriesätze weisen auf einer Seite den rot-weißen Schriftzug von Kyocera und auf der Rückseite eine Seriennummer auf, die mit "-05" endet. Die Handys wurden zwischen September und Dezember 2003 in den USA über Verizon Wireless Inc., US Cellular Corp. und Alltel Corp. vertrieben.

Wenn die jetzt bekundeten Vorfälle auch für den deutschen Markt nicht von Bedeutung sind - Ausnahme: im fraglichen Zeitraum haben Menschen in den USA solch ein Gerät erstanden -, so werfen sie doch erneut Licht auf ein Problem, das Handy-Hersteller nicht zum ersten Mal gewärtigen. Nokia musste sich in mindestens drei Fällen mit ähnlichen Schwierigkeiten herumschlagen. In zwei Fällen hätten seinerzeit Handy-Benutzer andere als Nokia-Batteriesätze beziehungsweise -akkus benutzt, in einem Fall allerdings war der problembehaftete Energieversorger im Telefon ein Originalteil des finnischen Handys-Weltmarktführers. (jm)