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KPNQwest-Pleite: Treuhänder fordern von Qwest drei Milliarden Dollar Schadensersatz

29.06.2004

Zwei Jahre nach dem endgültigen Aus von KPNQwest wollen die Treuhänder des insolventen Carriers den früheren Großaktionär Qwest für die Misere zur Verantwortung ziehen. Presseberichten zufolge haben die Vermögensverwalter beim US-Bezirksgericht in New Jersey Klage gegen Qwest eingereicht. Wegen Verstoßes gegen den US-Rico-Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organisations) sowie wegen Missmanagement und Pflichtverletzung fordern sie von dem TK-Konzern bis zu drei Milliarden Dollar Schadensersatz. Als Beschuldigte werden zudem der Ex-CEO von Qwest und Chairman von KPNQwest, Joe Nacchio, Qwest's früherer Finanzchef Robert Woodruff sowie John McMaster, der ehemalige CEO von KPNQwest genannt. Die Vermögensverwalter erwägen derzeit noch, vor einem niederländischen Gericht auch Anklage gegen KPN zu erheben. Der Partner von Qwest hatte nach dem Bankrott des Joint-Ventures einen Großteil der Vermögenswerte, unter anderem das deutsche

Glasfasernetz übernommen.

Nach Angaben der Treuhänder sollen die Beschuldigten für das rund drei Milliarden Dollar hohe Defizit bei KPNQwest aufkommen. Sie machten allerdings keine Angaben dazu, warum die Klage erst mehr als zwei Jahre nach der Insolvenz des Carriers eingereicht wurde. (mb)