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KPN-Übernahme durch America Movil wackelt

30.08.2013
Wieder eine überraschende Wende im Ringen zwischen KPN und seinem Großaktionär America Movil: Dieser will das niederländische Telekomunternehmen nun vielleicht doch nicht übernehmen.

Wie aus einer Mitteilung von America Movil (PDF-Link) hervorgeht, ist der mexikanische Mobilfunkanbieter bereit, sein Vorhaben abzublasen, wenn die KPN Stiftung dagegen ist. Und das ist sie. An der Börse gerieten Papiere von KPN unter Druck und lagen um 4,11 Prozent im Minus bei 2,19 Euro.

Der mexikanische TK-Tycoon Carlos Slim greift nach KPN - oder doch nicht?
Der mexikanische TK-Tycoon Carlos Slim greift nach KPN - oder doch nicht?
Foto: UN Photo / Violaine Martin

Mit der jüngsten Ankündigung reagiert America Movil auf eine Mitteilung vom Vorabend. Demnach will die niederländische Stiftung Vorzugsaktien von KPN erwerben. Dadurch könnte eine Übernahme blockiert werden. Die Stiftung begründete ihre Pläne damit, dass es sich bei der Offerte von America Movil um eine feindliche Übernahme handele. Die KPN-Stiftung entstand im Zuge der Privatisierung des niederländischen Telefonkonzerns und soll die Interessen der Aktionäre verteidigen.

America Movil wird vom reichsten Mann der Welt, Carlos Slim, kontrolliert. Das Unternehmen hält bereits fast 30 Prozent an KPN und bietet 2,40 Euro je Anteilsschein. Die Aktionäre des Telekomkonzerns sollen über die Offerte am 2. Oktober entscheiden.

Von dem Gerangel ist auch der deutsche Mobilfunkmarkt betroffen. Erst Anfang der Woche hatte Slim mit der Ankündigung überrascht, nach langer Zurückhaltung nun doch den Verkauf der deutschen KPN-Etragsperle E-Pus an Telefonica Deutschland zu unterstützen. Slim soll es dabei wohl vor allem ums Geld gegangen sein. In diesem Punkt ist ihm der spanische Telefonica-Konzern entgegengekommen: Die Offerte ist nun eine halbe Milliarde Euro schwerer. Das dürfte Slim das Einverständnis versüßt haben. Auf Seiten der Geschäftspartner ist der geplante Verkauf damit geritzt.

Die Zentrale vom KPN in Den Haag
Die Zentrale vom KPN in Den Haag
Foto: KPN

Doch das Verhältnis zwischen der niederländischen E-Plus-Mutter KPN und ihrem Großaktionär ist nicht das beste. Und das war es von Anfang an. Im Sommer vergangenen Jahres war Slim mit seinem Unternehmen America Movil gegen den Willen der KPN-Führung mit knapp 30 Prozent eingestiegen. Als KPN den Verkauf von E-Plus ankündigte, eskalierte die Lage. Slim fand den Preis zu niedrig und sperrte sich. Um den Deal zu stoppen, drohte er damit, KPN komplett zu übernehmen.

KPN wiederum setzte Slim die Pistole auf die Brust und lud für den 2. Oktober zur Hauptversammlung. Doch stimmberechtigt sind nur die Aktionäre, die ihre Papiere bereits am 4. September gehalten haben. Denkbar ist, dass Slim einfach die Zeit fehlte, seinen Anteil bis dahin auszubauen. Wenn Slim nun gänzlich auf eine Übernahme von KPN verzichten sollte, stellt sich die Frage, was er nun mit KPN vorhat - und es gegen den Willen der KPN-Stiftung durchsetzen kann. (dpa/tc)