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KPMG listet dubiose Zahlungen bei Siemens auf

29.01.2007
In der Schmiergeldaffäre bei Siemens sind einem Medienbericht zufolge Hinweise auf zweifelhafte Geschäftspraktiken auch in der Mobilfunksparte aufgetaucht.

Es gebe handfeste Hinweise, dass neben dem Festnetzgeschäft auch im Mobilfunkbereich (ICM) des Konzerns über Jahre hinweg mit dubiosen Beraterverträgen agiert wurde, berichtete das Magazin "Der Spiegel". Das gehe aus einem vertraulichen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vom 9. November 2006 hervor. Darin hätten die Wirtschaftsprüfer minutiös aus ihrer Sicht dubiose Zahlungen an externe Berater des Kommunikationsbereichs (Com) aufgelistet. KPMG wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch ein Siemens-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Dem Bericht zufolge flossen rund 1,7 Millionen Euro zwischen dem 27. Oktober 2005 und dem 24. Februar 2006 aus ICM-Kassen an die Schweizer Siemens-Tochter Intercom Telecommunication Systems. Diese Firma stehe im Verdacht, als "Waschmaschine" für Schmiergeldzahlungen fungiert zu haben. Laut dem KPMG-Papier gingen für Beraterverträge mehrere Millionen an Firmen in China. Die Zahlungen seien nach Ansicht der Wirtschaftsprüfer mit einem hohen Risiko versehen, weil Empfänger oder Leistungen nicht klar zu identifizieren waren. Es besteht der Verdacht, dass Siemens sich dadurch bei Aufträgen im Ausland einen Vorteil verschafft haben könnte.

Die Schmiergeldaffäre bei Siemens war Ende vergangenen Jahres nach einer Großrazzia ans Licht gekommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Siemens-Mitarbeiter einen dreistelligen Millionenbetrag beiseite geschafft und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. (dpa/tc)